Sideritis eriocephala Marrero Rodr. ex Negrín & P. Pérez
Teide-Gliedkraut, Labiateae - Lippenblütler
Frühlingblüher, III–VI, 50–80 cm hoch, immergrün, mehrjährig
Sideritis eriocephala ist endemisch auf Teneriffa, wo die Pflanzen im Bereich des Teide-Massivs in den Stechginstergesellschaften auf 2.000–2.500 m über Meereshöhe vorkommen.
Es sind immergrüne, oft niederliegende, kissenartige, stark verzweigende Sträucher. Junge Stängel sind dicht gelb- bis grauflaumig; ältere Stängel sind holzig, graubraun mit glatter, rissiger Rinde. Die Laubblätter sind bis 3 cm lang gestielt, bis 7,5 cm lang, bis 2,4 cm breit, schmal eiförmig-lanzettlich, oberseits gelblichgrün bis grau und behaart, unterseits gelblich bis cremefarben flaumhaarig und mit deutlich erkennbarer Nervatur, randständig gekerbt und am Grund keilförmig bis rundlich.
Die Blütenstände sind aufsteigend bis aufrecht, bis 80 cm lang,unverzweigt und bestehen aus 7–20 bis zu 23-blütigen Scheinquirlen, die unten weit auseinander und oben näher zusammen stehen; die Kelche sind röhren- bis glockenförmig, etwas gebogen und außen filzig; die Kronen sind weißlich-gelb mit purpurfarbenen Lippen, im Haarfilz versteckt. Später bilden sich elliptische bis verkehrt eiförmige, schwarze Samen.
Der Gattungsname Sideritis L. stammt von gr. "sideros" (= Eisen), zu gr. "sideritis" (= Eisenkraut), möglicherweise als Referenz auf die braun gerandeten Kronen vieler Arten; es bleibt allerdings unklar, ob in der Antike nicht noch andere Arten darunter verstanden wurden. Das Epitheton eriocephala stammt von gr. "erion" (= Wolle) und "kephale" (= Kopf), zu gr. "eriocephalus" (= Wollkopf), nach den haarfilzigen Blütenständen.
In Mitteleuropa gibt es kaum Berichte eines langfristig erfolgreichen Anbaus der Sideritis eriocephala. Die Winterhärte ist mithin nicht bekannt; in dem Sinne sollte die Kübelhaltung bevorzugt werden.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Sideritis eriocephala. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sideritis-eriocephala.html am Tg.Mo.Jahr.