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Tanacetum coccineum (L.) (Willd.) Grierson
synonym:
  Chrysanthemum coccineum Willd.
  Chrysanthemum marschallii Asch.
  Chrysanthemum roseum Adams
  Pyrethrum coccineum (Willd.) Vorosch.
  Pyrethrum roseum (Adams) M. Bieb.
  Tanacetum roseum (Adams) Sch. Bip.
Rotes Pyrethrum, Kaukasische Insektenblume, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Sommerblüher, V–IX, 40–80 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Rote Pyrethrum stammt aus dem Kaukasus, wo die Pflanzen auf Bergwiesen, in Gebirgssteppen und an steinigen Hängen auf 1.500–3.000 m über Meereshöhe vorkommen.

Die Pflanzen bilden eine Pleiokormwurzel mit Erneuerungsknospen am Wurzelhals. Die Stängel sind aufrecht, 25–50 cm hoch, unverzweigt oder unten wenig verzweigt, mehr oder weniger kahl. Die Laubblätter sind eiförmig oder schmal elliptisch, 4–20 cm lang, 2,5–4 cm breit, beidseits spärlich behaart oder kahl, 2-fach fiederteilig, mit lineal-lanzettlichen, spitzen Abschnitten; untere Laubblätter sind 2–10 cm lang gestielt; obere Laubblätter sind sitzend oder kurz gestielt.

Die Blütenköpfe stehen einzeln, terminal. Die Köpfchenhülle ist 4-reihig, becherförmig, 1–1,5 cm im Durchmesser groß; äußere Hüllblätter sind lanzettlich, etwa 3,5 mm lang, unterseits kahl oder spärlich behaart, randständig pergamentartig braun; mittlere und innere Hüllblätter sind schmal elliptisch oder linear-umgekehrt lanzettlich, etwa 5 mm lang und unterseits kahl; die Strahlenblüten sind rot, schmal elliptisch, etwa 1,6 cm lang, 2–3-zähnig; in Kultur gibt es mehrere Sorten mit weißen, rosafarbenen oder gefüllten Blütenkörbchen. Die Achänen sind etwa 2,5 mm lang; die Pappus sind 0,1–0,2 mm lang, am Rand flach oder stumpf gelappt.


Abb. 1 Sitzende, 2-fach gefiederte Stängelblätter des Tanacetum coccineum. Privatgarten in Hengelo, Niederlande, 20.05.2026
Abb. 2 Körbchenhülle von Tanacetum coccineum mit den randständig pergamentartig braunen Hüllblättern. Privatgarten in Hengelo, Niederlande, 20.05.2026
Abb. 3 Noch nicht ganz entfaltete, rote Strahlenblüten von Tanacetum coccineum in einem Privatgarten in Hengelo, Niederlande, 20.05.2026
Abb. 4 Blühende Pflanzen des Tanacetum coccineum in einem Privatgarten in Hengelo, Niederlande, 20.05.2026


Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Tanacetum L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Möglicherweise ist er griechischen Ursprungs, gr. "tainia" (= Bandwurm), als Hinweis auf die heilkundliche Wirkung als Wurmmittel. Letztlich bleibt es ein Name mit unklarem Benennungsmotiv. Das Epitheton coccineum stammt von lat. "coccineus" (= scharlachrot) und beschreibt die Farbe der Strahlenblüten. Aus getrockneten Blüten des Tanacetum coccineum wird das Insektizid Pyrethrum gewonnen, woher sich deutschen Bezeichnungen Rotes Pyrethrum und Kaukasische Insektenblume erschließen.

Seit 1804 wird das Rote Pyrethrum in Mitteleuropa angebaut. Die Art bevorzugt einen sonnigen, eher trockenen Platz auf mineralischen Böden. Auf dichten und schweren Standorten sind die Pflanzen nur kurzlebig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Tanacetum coccineum. – http://www.tropengarten.de/Pflanze/tanacetum-coccineum.html am Tg.Mo.Jahr.