Startseite

Tanacetum parthenium (L.) Sch. Bip.
synonym:
  Aphanostephus pinulensis J. M. Coult.
  Chrysanthemum parthenium (L.) Bernh.
  Leucanthemum parthenium (L.) Gren. & Godr.
  Matricaria parthenium L.
  Pyrethrum parthenium (L.) Sm.
Mutterkraut, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Sommerblüher, VI–VIII, 30–60 cm hoch, immergrün, kurzlebig mehrjährig

Das Mutterkraut tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf. Sein Verbreitungsgebiet ist vorderasiatisch-kaukasisch. In Mitteleuropa ist die Art schon vor 1.500 n. Chr. eingebürgert (Archäophyt). Bevorzugt siedeln die Pflanzen an Wegrändern, Brachen oder den Ufern von Gewässern.

Die Pflanzen bilden eine Pfahlwurzel mit Erneuerungsknospen am Wurzelhals (Pleikormstaude). Die Stängel sind aufrecht, gerippt und oben verzweigt. Die Laubblätter sind aromatisch, gelbgrün, zerstreut behaart, fiederspaltig, im Umriss breit eiförmig, mit länglich-eiförmigen bis elliptischen, 1–2fach fiederspaltigen Abschnitten und stumpflichen Zipfeln.

Die Blütenköpfchen stehen zu 5–30 in Schirmrispen; die Blütenköpfchen sind 13–22 mm im Durchmesser groß; die Zungenblüten sind weiß und 2,5–7 mm lang; die Röhrenblüten sind gelb; die Köpfchenhülle ist abgeflacht mit Hüllblättern ohne Hautrand. Später bilden sich 1,5 mm lange Früchte mit 5–10 Längsrippen und einem kronenförmigen Saum; Pappushaare ("Fallschirm") fehlen.


Abb. 1 Laubblätter des Tanacetum parthenium, Museumsinsel Hombroich, Neuss, 04.02.2026


Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Tanacetum L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Möglicherweise ist er griechischen Ursprungs, gr. "tainia" (= Bandwurm), als Hinweis auf die heilkundliche Wirkung als Wurmmittel. Letztlich bleibt es ein Name mit unklarem Benennungsmotiv. Das Epitheton parthenium stammt von gr. "pathenos" (= Jungfrau), nach der historischen Verwendung als Abortivum.

Das Mutterkraut wird schon lange als Gartenpflanze angebaut und hat seinen Platz im Staudengarten, aber auch als Ergänzung zu exotischen Pflanzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Tanacetum parthenium. – http://www.tropengarten.de/Pflanze/tanacetum-parthenium.html am Tg.Mo.Jahr.