Valeriana dioica L.
Kleiner Baldrian, Valerianaceae - Baldriangewächse
Frühlingblüher, V–VI, 10–30 cm hoch, sommergrün, mehrjährig
Der Kleine Baldrian tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf. Sein Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedelt er an Feuchtstandorten, etwa auf Wiesen, in Mooren, Bruchwäldern oder an Gräben.
Die Pflanzen bilden kurze, unterirdische Ausläufer. Die Stängel sind aufrecht, leicht kantig, unverzweigt oder oben wenig verzweigt. Meist gibt es nur 1 Blütenstand pro Stängel. Die Grundblätter stehen in einer Rosette, sind rundlich-eiförmig, lang gestielt, ganzrandig; Stängelblätter sind schmal-lanzettlich, leierförmig fiederteilig.
Die Pflanzen sind mehr oder weniger zweihäusig; die Teilblütenstände sind endständig und locker scheindoldig; weibliche Blüten sind sehr klein, 1–1,5 mm lang und weiß; männliche Blüten sind rosafarben und 3–3,5 mm lang. Später bilden sich Achänen mit Pappus ähnlichen Haarkränzen.
Die Herkunft des Gattungsnamens Valeriana ist ungeklärt. Möglich wäre eine Benennung nach der altrömischen Provinz Valeria in Pannonien (Ostösterreich), wo der Echte Baldrian häufig vorkommt oder gar herstammen soll. Ebenfalls möglich wäre eine Herleitung von lat. "valere" (= gesund sein), nach der heilkundlichen Wirkung der Gattung. Der deutsche Name Baldrian ist ebenfalls ungeklärt. Hier könnte es sich um ein Lehnwort auf dem altfranzösischen "valeriane" handeln oder eine Ableitung nach dem germanischen Lichtgott Baldr vorliegen. Das Epitheton dioica stammt von gr. "dioicus" (= zweihäusig).
Valeriana dioica ist eine dekorative Blütenstaude für den Staudengarten oder das Alpinum. Ein sonniger bis schattiger, saurer bis neutraler, feuchter Standort ist ideal.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2025: Valeriana dioica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/valeriana-dioica.html am Tg.Mo.Jahr.