Vicia oroboides Wulfen
Walderbsen-Wicke, Fabaceae - Hülsenfrüchtler, Hülsenfruchtgewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VIII, 25–50 cm hoch, sommergrün, mehrjährig
Die Walderbsen-Wicke tritt in Mitteleuropa selten auf (Chiemgau und Österreich). Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Strauchgesellschaften, lichten Laub- und Mischwäldern mittlerer Höhenlagen, häufig auf humosen, frischen bis mäßig trockenen Kalk- oder Lehmböden.
Es sind Pleikormstauden mit Erneuerungsknospen am Wurzelhals. Im Gegensatz zu anderen Wickenarten besitzt Vicia oroboides nur ein geringes Klettervermögen. Die Stängel sind wenig verzweigt, rund bis schwach kantig, spärlich behaart oder beinahe kahl. Die Laubblätter sind unpaarig gefiedert mit 1–3 Fiederpaaren; die Fiedern sind elliptisch bis schmal eiförmig, 4–8 cm lang, 1,5–4,5 cm breit und ganzrandig; das Endblatt ist manchmal in eine kurze Ranke umgewandelt, oft auch rudimentär oder fehlend; die Nebenblätter sind halbpfeilförmig, oft mit kleinen Nektarien.
Die Blütenstände sind achselständige, schmale, 2–12-blütige und 6–15 cm lange Trauben; die Blütenkronen sind hellgelb, 14–19 mm lang; die Fahne ist oberseits bräunlich oder bläulich, etwa so lang wie die Flügel; das Schiffchen hat eine grünliche oder rötliche Spitze; die Kelchzähne sind fast gleich lang, im Verblühen färben sich die Kelche rötlich. Später bilden sich 2–4 cm lange, 0,6–0,9 cm breite, erst grüne, dann schwarzbraune Hülsenfrüchte mit jeweils 4–10 kugeligen, dunkelbraunen Samen.
Der Gattungsname Vicia L. wurde schon vorlinnäisch für diese und weitere Gattungen windender Pflanzen, nach der etymologischen Wurzel lat. "vincire" (= winden), genutzt. Auch in anderen Sprachen existiert die selbe Wurzel: indogermanisch "ueik", althochdeutsch "wikcha". Das Epitheton oroboides stammt von gr. "orobos" (= Kichererbse), nach den ähnlichen Blüten.
Vicia oroboides ist eine hübsche Pflanze für den naturnahen Garten an einem halbschattigen Standort auf kalkhaltigen Böden.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2025: Vicia oroboides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vicia-oroboides.html am Tg.Mo.Jahr.