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Woodwardia unigemmata (Makino) Nakai
synonym:
  Woodwardia himalaica Ching & S. K. Wu
  Woodwardia latiloba Ching & P. S. Chiu
  Woodwardia maxima Ching
  Woodwardia yunnanensis Ching & P. S. Chiu
Schmuckkettenfarn, Blechnaceae - Rippenfarngewächse
bis 120 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Schmuckkettenfarn stammt aus Ostasien (von Indien, den Philippinen bis Japan), wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften, Wäldern und an Straßenrändern auf 400–3.000 m über Meereshöhe vorkommen.

Die Pflanzen bilden kräftige, niederliegende, bis 3 cm im Durchmesser große Rhizome, die von braunen, lanzettlichen, 2,2–2,7 cm langen Spreuschuppen bedeckt sind. Die Wedel stehen locker horstartig, 30–100 cm lang, 20–60 cm breit, elliptisch bis eiförmig-lanzettlich, 2-fach gefiedert; die Wedelstiele sind 30–100 cm lang, 5–8 mm im Duchrmesser groß und von braunen, fadenförmigen Spreuschuppen bedeckt; die 7–15 Paare Fiederblätter sind sitzend oder kurz gestielt, breit lanzettlich; die 14–20 Fiederblättchen sind dicht stehend, asymmetrisch, länglich-lanzettlich, manchmal sichelförmig und gesägt. Meist tragen die Wedel 1 Bulbille, manchmal 2, gelegentlich zahlreiche, welche unterhalb der Achsenspitze der oberen Fieder liegen.

Die Sori sind länglich, in rinnigen Vertiefungen der Wedel, mit Indusien, die an den äußeren Wedelnerven befestigt sind. Erfahrungen aus England zeigen, dass die Vegetationsperiode kaum ausreicht, dass die Sori ausreifen können. Da dies meist bis ins kommende Jahr dauert, sind nur selten keimende Jungpflanzen zu beobachten. Meist breiten sich die Pflanzen mittels der Bulbillen aus.


Abb. 1 Woodwardia unigemmata in einem Privatgarten bei Rösrath, 07.06.2015
Abb. 2 Der kastanienbraune Neuaustrieb von Woodwardia unigemmata unterscheidet die Art deutlich von W. radicans (L.) Sw., Privatgarten, 04.06.2019
Abb. 3 Woodwardia unigemmata in einem Privatgarten bei Rösrath, 07.06.2015
Abb. 4 Rotbrauner Neuaustrieb von Woodwardia unigemmata im Frühsommer, Privatgarten, 04.06.2019
Abb. 5 Blühender Strauch der Hamamelis ×intermedia Rehd. zusammen mit Woodwardia unigemmata, Museums Insel Hombroich, Neuss, 04.02.2026
Abb. 6 Pflanze der Woodwardia unigemmata, Museums Insel Hombroich, Neuss, 04.02.2026


Der Gattungsname Woodwardia Sm. wurde zu Ehren des englischen Botanikers Thomas Jenkinson Woodward (1745–1820) etabliert. Das Art-Epitheton unigemmata stammt von lat. "unus" (= einer) und lat. "gemmatus" (= mit Perlen besetzt) zu "mit einer Perle besetzt", was sich wahrscheinlich auf die Bulbille am Ende der Fiedern bezieht, gleichwohl es auch Pflanzen mit mehr als 1 Bulbille je Wedel gibt.

Mit Woodwardia unigemmata gibt es noch nicht sehr lange Erfahrungen im mitteleuropäischen Garten. Erste Ergebnisse sind jedoch ermutigend, zumindest in den wintermilden Regionen. Will man sicher gehen, ist eine Abdeckung ratsam. Woodwardiae bevorzugen einen feuchten Standort, gerne an Gewässern, mull- und humusreiche Böden, am besten leicht sauer im lichten Schatten. Um die grazilen, überhängenden Wedel zur Geltung zu bringen, ist ein freier Standort ratsam. An den Wedelspitzen bilden sich oft Bulbillen, die man absenken und sich bewurzeln lassen kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Woodwardia unigemmata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/woodwardia-unigemmata.html am Tg.Mo.Jahr.