Yucca faxoniana Sarg.
synonym:
Samuela faxonia Trel.
Samuela faxoniana (Sarg.) Trel.
Yucca australis (Engelm.) Trel.
Yucca macrocarpa (Torr.) Coville
Faxons Palmlilie, Agavaceae - Agavengewächse
oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, III–IV, bis 8 m hoch, immergrün, mehrjährig
Yucca faxoniana stammt aus Texas und Mexiko (Chihuahua, Coahuila), wo die Pflanzen in Halbwüsten und ariden Hügellandschaften auf 500–1.500 m über Meereshöhe vorkommen.
In der Regel sind die Pflanzen einstämmig, selten 1- oder 2-fach in den obersten Bereichen der aufrechten Stämme verzweigt oder als basal verzweigende Gruppe. Die Stämme sind 2–6,5 m hoch, selten mehr als 10 m und im Mittel 32 cm im Durchmesser. An den Enden der Stämme befinden sich Schöpfe aus steifen, 43–115 cm langen, 3,1–8,4 cm breiten, gelblich-grünen, kahlen, mit reichlich Fäden besetzten Blättern, die an der Basis eingeschnürt sind. Die Blattspitze ist stechend.
Der Blütenstand ist aufrecht, rispig, 55–255 cm hoch, eiförmig, 1/2 bis 3/4 suprafoliar (oberhalb der Blätter) und kahl; der Blütenstandsstiel ist 30–60 cm hoch. Die Einzelblüten sind hängend, glockenförmig und 4,4–12,4 cm lang; die Perigonblätter sind unten zu einem 1–32 mm langen Blütenkelch verwachsen, weiß bis grünlich-weiß, eiförmig und 3,9–10,8 cm lang; die Staubfäden sind kahl und etwa 2,2 cm lang; die Anker sind 1–6 mm lang; die Stempel sind 2,8–8 cm lang und 0,7 cm breit; die Fruchtknoten sind etwa 4,5–5 mal länger als breit; die Griffel sind 4,5 mm lang mit deutlichen Narben. Die Früchte sind hängend, beerenartig, nicht aufreißend, länglich, 3,6–13,6 cm lang, 1,8–3,6 cm breit, fleischig, saftig. Die Samen sind schwarz, 7,7 mm im Durchmesser groß, 2,9 mm dick und glatt.
Ursprünglich wurde die Art als Samuela faxoniana Trel. beschrieben, welche zusammen mit Yucca carnerosana (Trel.) McKelvey die nicht mehr gültige und mittlerweile unter Yucca eingeordnete Gattung Samuela Trel. umfassten. Beide Arten, Y. carnerosana und Y. faxoniana sind sehr nahe verwandt und oft schwierig auseinander zu halten, zumal sie mit ihren Verbreitungsgebieten ineinander übergehen, hybridisieren und zur Introgression neigen. Molekulargenetische Untersuchungen haben gezeigt, dass sie aus heutiger Sicht dennoch als zwei Arten gesehen werden können. Yucca faxoniana hat etwas längere Blätter, der Blütenstand steht 1/4 bis 1/2 innerhalb der Blätter und ist kürzer als jener der Y. carnerosana. Die Früchte der Y. faxoniana sind schnabelartig verschmälert mit persistierenden Perigonresten.
Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia L. übertragen. Das Art-Epitheton faxoniana wurde zu Ehren von Charles Edward Faxon (1846–1918) etabliert, einem amerikanischen Botanik-Illustrator am Arnold Arboretum in Boston.
Faxons Palmlilie ist eine sehr dekorative, stammbildende Yucca mit kräftigen, steifen Blättern. Leider toleriert sie Fröste nur bis –12 °C oder geringfügig mehr. Die Berichte aus den USA mit noch besserer Frosttoleranz sind nach zahlreichen Erfahrungen nicht direkt auf Mitteleuropa übertragbar und es gibt kaum einen Bericht einer erfolgreichen Langfristauspflanzung nördlich der Alpen von > 20 Jahren. Die Art ist im Freiland nur eingeschränkt tauglich. Lediglich an den allermildesten Standorten könnte ein Auspflanzversuch langfristig erfolgreich sein: Innenstadtlagen der Rheinschiene, sommerwarme Regionen im Südosten Mitteleuropas oder bevorzugte Kleinklimate in Weinbaugebieten wären solche Plätze, wahrscheinlich ist auch an diesen bevorzugten Standorten zumindest zeitweise Winterschutz nötig.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon, 312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Yucca faxoniana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-faxoniana.html am Tg.Mo.Jahr.





