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Aconitum lycoctonum L.
Gelber Eisenhut, Wolfs-Eisenhut, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 40–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gelbe Eisenhut ist in Mitteleuropa eher selten und siedelt gerne in feuchten Wiesen, entlang von Bachläufen, in Auen, Buchen- oder Schluchtwäldern, häufig auf Kalk. Zur Blütezeit sind die leuchtenden, gelben Blüten unverkennbar. Sie stehen in traubigen bis rispigen Blütenständen und haben einen typischen, länglichen Helm und darunter zwei aufgerollte Nektarblätter, die nur kräftigen Insekten erlauben, an den Nektar zu gelangen. Die Blätter sind 5–7-teilig, handförmig eingeschnitten, je nach Ökotyp mehr oder weniger tief. Später bilden sich Balgfrüchte, die meist zu 3 aufrecht stehen. Die Samen sind schwarz, mehrkantig, unregelmäßig, warzig.



Abb. 1 Blütenstand des Aconitum lycoctonum im Ahbach-Tal am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 389 m, 50° 19' 22 N, 06° 46' 23 O Abb. 2 Aconitum lycoctonum, Ahbach-Tal, Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 389 m, 50° 19' 23 N, 06° 46' 23 O

Abb. 3 Blätter des Aconitum lycoctonum, östlich von Nohn im Suhrbusch-Wald, Eifel, 28.05.2014, 406 m, 50° 19' 41 N, 06° 47' 37 O Abb. 4 Fruchtstände von Aconitum lycoctonum mit den an der Sollnaht aufgesprungenen Balgfrüchten, am Ufer der Urft nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 435 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 51 O

Abb. 5 Blüte von Aconitum lycoctonum an der Urft nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 435 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 51 O Abb. 6 Samen von Aconitum lycoctonum, nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 435 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 51 O

Von manchen Autoren werden mehrere Unterarten abgetrennt. In Mitteleuropa kommt beispielsweise das Aconitum lycoctonum ssp. vulparia (Rchb. ex Spreng.) Nyman, der Fuchs-Eisenhut, vor. Es hat nur marginale Unterschiede zur Art und wächst in den Berchtesgadener Alpen.

Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Aconitum L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Wahrscheinlich ist er griechischen Ursprungs, gr. "akoniton" (= von steilen Felsen). Dieses Motiv spielt in der griechischen Mythologie eine Rolle. Medea nutzte zur Vergiftung des Theseus ein (unbekanntes) Pflanzengift, welches auf hartem Felsgrund wachsen solle. Der Geifer des Höllenhundes Kerberos habe sich in diese Pflanze verwandelt, wodurch sie giftig wurde. Ein vergleichbares Motiv liegt demnach dem Epitheton lycoctonum zugrunde. Es stammt von gr. "lykos" (= Wolf) und gr. "kteinein" (= töten) und bezieht sich auf die Giftigkeit der Pflanze, die angeblich zum Töten von Hunden und Wölfen verwendet wurde. Unstimmig ist jedoch, dass A. lycoctonum keine südeuropäischen Standorte hat. Linné hat den antiken Namen wohl ohne etymologische Prüfung übernommen.



Abb. 7 Unreife Fruchtstände von Aconitum lycoctonum. Im Gegensatz zum Gewöhnlichen Blauen Eisenhut, A. napellus L., ist der Sporn fast vollständig grün und lediglich an der Spitze blauviolett. An der Urft nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 435 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 51 O Abb. 8 Laubblatt des Aconitum lycoctonum, an der Urft nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 435 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 51 O


Aconitum lycoctonum sind dekorative Stauden mit attraktiven, gelben Blüten. Staudenbeete, mediterrane Pflanzungen, feuchte Stellen oder im Steingarten sind gute Plätze für die Art. Ideal ist ein kalkhaltiger Boden, gerne mit Mull, sowohl halbschattig als auch vollschattig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Aconitum lycoctonum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aconitum-lycoctonum.html am Tg.Mo.Jahr.

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