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Aconitum napellus L.
Gewöhnlicher Blauer Eisenhut, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Ende Frühsommerblüher, VII–IX, 30–200(–300) cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gewöhnliche Blaue Eisenhut ist in Mitteleuropa eher selten und siedelt gerne auf feuchten Wiesen, entlang von Bachläufen, in Auen, Buchen- oder Schluchtwäldern, häufig auf Kalk. Verbreitungsschwerpunkt sind die Mittelgebirge, in den Ebenen und nach Norden wird er sehr selten, beziehungsweise fehlt ganz. Die Pflanzen haben knollenartige Wurzeln aus denen die Jahressprosse wachsen. Zum Winter hin zieht die Pflanze ein und die ursprüngliche Knolle stirbt ab, um im kommenden Jahr aus den neu gebildeten Tochterknollen auszutreiben. Meist bildet sich 1 aufrechter, an günstigen Standorten 200–300 cm hoher Stängel. Die Laubblätter sind variabel, wechselständig, gestielt, 5–7-fach geteilt in schmale Abschnitte. Der Blütenstand ist terminal, stark verzweigt, behaart, traubig und trägt zahlreiche, dunkel blauviolette Blüten mit 18–32 mm großem Helm, der außen mehr oder weniger borstenhaarig ist. Später bilden sich meist 3 aufrecht stehende, kahle Balgfrüchte. Die Samen sind schwarz, dreikantig und geflügelt.

Von manchen Autoren werden zahlreiche Unterarten abgetrennt, bei denen es sich mehrheitlich um Ökotypen verschiedener Standorte handelt. Die Pflanzen wurden früher heilkundlich genutzt, sind aber sehr giftig. Wegen der neuropathogenen Eigenschaft ist der Gebrauch heutzutage auf homöopathische Verdünnungen beschränkt.


Abb. 1 Fruchtstand des Aconitum napellus an einem Bach im Urft-Tal, Eifel, 09.09.2015, 429 m, 50° 30' 40 N, 06° 35' 45 O Abb. 2 Die Blüte des Aconitum napellus ist 5-teilig mit großem Helm, Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 429 m, 50° 30' 40 N, 06° 35' 18 O

Abb. 3 Blüte des Aconitum napellus, Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 429 m, 50° 30' 40 N, 06° 35' 18 O Abb. 4 Laubblatt von Aconitum napellus, Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 429 m, 50° 30' 40 N, 06° 35' 18 O

Abb. 5 Meist stehen die Früchte von Aconitum napellus aufrecht und zu dritt. Typisch ist der violette Sporn an der Spitze der Balgfrucht, der im Gegensatz zum Gelben Eisenhut, A. lycoctonum L., fast vollständig blauviolett ist. Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 429 m, 50° 30' 40 N, 06° 35' 18 O Abb. 6 Blütenstand von Aconitum napellus, Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 429 m, 50° 30' 40 N, 06° 35' 18 O

Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Aconitum L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Wahrscheinlich ist er griechischen Ursprungs, gr. "akoniton" (= von steilen Felsen). Dieses Motiv spielt in der griechischen Mythologie eine Rolle. Medea nutzte zur Vergiftung des Theseus ein (unbekanntes) Pflanzengift, welches auf hartem Felsgrund wachsen solle. Der Geifer des Höllenhundes Kerberos habe sich in diese Pflanze verwandelt, wodurch sie giftig wurde. Das Epitheton napellus stammt von lat. "napus" (= Steckrübe) und bezieht sich die rübenförmig verdickte Knolle der Art.

Aconitum napellus sind dekorative Stauden mit attraktiven, farbenfrohen Blüten. Es gibt zahlreichen Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben. Staudenbeete, mediterrane Pflanzungen, feuchte Stellen oder im Steingarten sind gute Plätze für die Art.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Aconitum napellus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aconitum-napellus.html am Tg.Mo.Jahr.

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