Startseite

Actaea spicata L.
Schwarzfruchtiges Christophskraut, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Ende Vollfrühlingblüher, IV–VI, 30–70 cm hoch, sommergrün, zwei-, mehrjährig

Das Schwarzfruchtige Christophskraut tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf und siedelt bevorzugt in kalkhaltigen Buchen- und Laubmischwäldern, meist in den südlichen Mittelgebirgen bis in die Alpen. Nordwärts wird es seltener. Gebüschgesellschaften, Waldlichtungen oder Staudenfluren sind nur gelegentlich Standorte. Es ist ein locker verzweigtes, zwei- oder mehrjähriges Kraut ohne Grundblätter. Die Laubblätter sind einfach bis doppelt gefiedert. In endständigen Trauben stehen die weißen, 15–20 Staubblätter zeigenden Blüten, deren Perigone rasch abfallen (Perigon deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen). Später bilden sich schwarze, bis 1 cm große, rundlich bis eiförmige Beeren.


Abb. 1 Blütenstand von Actaea spicata am Jakobsberg, Teutoburger Wald, 29.06.2014, 221 m, 52° 02' 01 N, 08° 24' 45 O Abb. 2 Schwarze Früchte der Actaea spicata am Jakobsberg, Teutoburger Wald, 29.06.2014, 216 m, 52° 02' 00 N, 08° 24' 48 O

Abb. 3 Actaea spicata wie Abb. 2, Jakobsberg, Teutoburger Wald, 29.06.2014, 216 m, 52° 02' 00 N, 08° 24' 48 O Abb. 4 Doppelt gefiedertes Blatt der Actaea spicata, Jakobsberg, Teutoburger Wald, 29.06.2014, 223 m, 52° 02' 01 N, 08° 24' 46 O

Das Benennungsmotiv des Gattungsnamens Actaea L. ist nicht eindeutig. Der Name wurde schon in der Antike genutzt, lat. "actaea" (= Pflanze mit starkem Geruch). Möglich erscheint ein mythologisches Motiv oder eine heilkundliche Ableitung nach Akteios, einem Schüler des heilkundigen Cheiron. Letzteres ist wahrscheinlicher, da auch im mittelalterlichen Kräutergarten die Pflanzen arzneiliche Anwendungen hatten, was sich im deutschen Wort Christophskraut wiederfindet, Benennung nach dem Heiligen Christophorus, dem Nothelfer. Das Epitheton spicata stammt von lat. "spicatus" (= ährenförmig) und bezieht sich auf den Blütenstand.

Actaeae spicatae sind hübsche Sommerstauden mit dekorativen Blüten und Früchten. Sie tolerieren Beschattung und Wurzeldruck. Die Böden sollten kalkhaltig sein. Für den naturnahen Garten, den Kräutergarten, aber auch für Staudenbeete und mediterrane Pflanzungen sind es viel zu wenig beachtete, alte Heilpflanzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Actaea spicata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/actaea-spicata.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de