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Adiantum pedatum L.
  synonym: Adiantum boreale C. Presl., Adiantum aleuticum (Rupr.) C.A. Paris
Nördlicher Frauenhaarfarn, Pfauenrad-Frauenhaarfarn, Polypodiaceae - Tüpfelfarngewächse
                                                                     auch: Pteridaceae - Saumfarngewächse
30–60 cm, sommergrün, mehrjährig

Der Nördliche Frauenhaarfarn stammt aus Nordamerika und Ostasien, wo die Pflanzen in eher feuchten Laubwäldern auf mull- und humusreichen, lehmhaltigen Böden in Höhen von 0–700 m über NN wachsen. Die Pflanzen haben kurze, kriechende Rhizome, bedeckt von gelben bis bronzefarbenen Schuppen. Die Wedel wachsen locker bogenförmig, sind 40–75 cm lang, haben einen bis 50 cm langen, kahlen Stiel und einen fächerförmigen Umriss. Sie sind 2-fach gefiedert mit 8–23 linear-lanzettlichen, bis 30 cm langen Fiederblättern, die zahlreiche kurz gestielte, halbmond-bogenförmige Fiederblättchen tragen, deren unterer Rand glatt und apikaler Rand gelappt ist. Die Sori sind länglich und tragen kahle Indusien.

Vom Nördlichen Frauenhaarfarn sind zahlreiche Formen beschrieben, manche Autoren sehen die Art als Komplex aus meheren Arten und gliedern beispielsweise die asiatischen Sippen aus.


Abb. 1 Hoch wachsende Sorte des Adiantum pedatum 'Miss Sharples' in einem Privatgarten in Belgien, 30.10.2016 Abb. 2 Filigrane Wedel des Adiantum pedatum mit schwarzer Rachis und sichelförmigen Fiederblättern, Privatgarten, 17.05.2016

Abb. 3 Radförmige Anordnung der Fiederblätter des Adiantum pedatum im Farnbeet des Botanischen Gartens Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 4 Entrollender Wedel des Adiantum pedatum mit gut sichtbaren Spreuschuppen auf der Wedelachse (Rachis), Privatgarten, 15.04.2016

Abb. 5 Fiederblätter des Adiantum pedatum im Farnbeet des Botanischen Gartens Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 6 Hübsche Architektur der Fiederblätter des Adiantum pedatum. Privatgarten in Belgien, 30.10.2016

Abb. 7 Dekorativer Bestand des Adiantum pedatum im Farnbeet des Botanischen Gartens Bonn, ausgeschildert als A. aleuticum, 07.09.2016 Abb. 8 Radförmige Wedel von Adiantum pedatum, wie Abb. 7 im Farnbeet des Botanischen Gartens Bonn, 07.09.2016


Der Gattungsname Adiantum L. war schon vorlinnäisch in der Antike gebräuchlich, lat. "adiantum" (= Frauenhaarfarn), und leitet sich ursprünglich von gr. "diainein" (= benetzen) ab; das beschreibt mit dem verneinenden Präfix "a-" die wasserabweisende Eigenschaft der an Feuchtstandorten wachsenden, europäischen Art A. capillus-veneris L. Das Epitheton pedatum stammt von lat. "pedatus" (= mit Füßen versehen), bezogen auf die fußförmigen Blattabschnitte.

Der Nördliche Frauenhaarfarn ist gut frosthart, wird aber nur selten im Freiland angebaut. Öfters findet er sich im Zimmerpflanzensortiment. Beim Auspflanzen wäre ein immer leicht feuchter, warmer, halbschattiger bis schattiger Standort empfehlenswert. Die Pflanzen sind bis Z 5 winterhart und benötigen, da sie laubabwerfend sind, keinen Winterschutz.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Adiantum pedatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/adiantum-pedatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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