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Agapanthus praecox
Willd.
   synonym: Tulbaghia praecox (Willd.) Kuntze
Frühblühende Schmucklilie, Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse
Nordsommerblüher, VII–IX, 20–50 cm, (sommer-) immergrün, mehrjährig

Agapanthus praecox stammt aus Südafrika und ist eine hübsche, blau blühende Schmucklilie. Es sind Amaryllisgewächse mit grundständigen, glattrandigen, bis zu 70 cm langen, etwas fleischigen Blättern. Im Sommer bildet sich an bis zu 40–100 cm langen Stielen eine Blütendolde mit hell- bis blassblauen Einzelblüten. Die Blütenstiele sind 4–12 cm lang, die Länge der Blütenkrone beträgt 3–7 cm, die Blütenröhre kann bis 2,5 cm lang werden. Gelegentlich gibt es weiß blühende Sippen. Die zum Herbst erscheinenden Kapselfrüchte sind anfangs grün, später gelblich und enthalten drei Kammern mit schwarzen, unregelmäßig geflügelten Samen. Am Naturstandort sind die Pflanzen immergrün, während sie im gemäßigten Klima Mitteleuropas zum Winter hin einziehen und als krautige Rhizompflanze überdauern.

Von Agapanthus praecox und auch den anderen Agapanthus Arten gibt es zahlreiche Zuchtsorten. Besonders die 'Headburne-Hybriden' sind für eine Kultur in Mitteleuropa interessant, da sie bis Z 7b winterhart sind, wie mehrere langfristig erfolgreiche Anbauversuche zeigten. Ss sind blau blühende Pflanzen mit schmalen Blättern, die kaum 50 cm hoch werden. An sonnigen Standorten blühen die 'Headburne'-Hybriden im Spätsommer, anders als das Epitheton praecox (= frühblühend) vermuten lässt. Siehe auch Gattung Agapanthus L'Hér


Abb. 1 Blüte des Agapanthus praecox 'Headburne' im Hochsommer, 01.08.2014, Privatgarten Abb. 2 Schwarze und unregelmäßig geflügelte Agapanthus praecox-Samen, 22.11.2013

Abb. 3 Zum Herbst hin bilden sich bei Agapanthus praecox dreikammerige Kapselfrüchte, 22.11.2013 Abb. 4 Prächtige Blütendolde von Agapanthus praecox 'Headburne', 01.08.2014, Privatgarten

Abb. 5 Pflanze von Agapanthus praecox 'Headburne' im 1,5L-Topf, 01.08.2014, Privatgarten Abb. 6 Blütendolde von Agapanthus praecox 'Headburne' im Sommer mit summendem Besuch, 16.08.2016, Privatgarten


Der Gattungsname Agapanthus setzt sich zusammen aus gr. "agape" (= Liebe) und gr. "anthos" (= Blüte). Wahrscheinlich meint dies "liebliche Blüten" im Sinne von schöne Blüten - und nicht Liebesblumen. Letzteres Motiv wäre ohne hinreichenden etymologischen Beleg. Das Epitheton praecox (= frühblühend) bezieht sich wahrscheinlich die Eigenschaft die früh im Jahr blühende Eigenschaft der Pflanzen am Naturstandort.

Für eine Freilandkultur in Mitteleuropa wählt man am besten eine gut drainierte Stelle im Vordergrund des Steingartens oder eines Hochbeetes, wo die Pflanzen gut zur Geltung kommen. Der Boden sollte sich schnell erwärmen und im Winter ist eine Abdeckung mit Reisig oder Mulch nur an kälteren Stellen empfehlenswert. Alternativ ist natürlich eine Kultur und Überwinterung im Topf möglich -  und einfach - am besten im Kaltgewächshaus, auch dunkel, wenn die Pflanzen eingezogen sind.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Agapanthus praecox. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/agapanthus-praecox.html am Tg.Mo.Jahr.

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