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Anchusa officinalis L.
    synonym: Anchusa angustifolia L., Anchusa arvalis Rchb.
Gewöhnliche Ochsenzunge, Gebräuchliche Ochsenzunge, Boraginaceae - Raublattgewächse
Frühling-Sommerblüher, IV–XI, 30–80 cm hoch, immergrün, zweijährig, kurzlebig

Die Gewöhnliche Ochsenzunge stammt ursprünglich aus dem Süden und Osten Europas und ist schon vor 1.500 n. Chr. nach Mitteleuropa eingeführt worden. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch, in Nordamerika sind die Pflanzen eingebürgert. Bevorzugt besiedelen die Pflanzen Ruderalstandorte entlang von Wegen, Bahndämmen, Trockenrasen oder sandige Kraut- und Strauchgesellschaften an den Küsten. Meist sind die Pflanzen zweijährig, gelegentlich mehrjährig. Die Hauptblütezeit liegt im Frühsommer, jedoch können schon im Frühling die ersten Blüten erscheinen. Die Pflanzen bilden eine Pfahlwurzel. Die Stängel sind dicht behaart, rauh, stumpfkantig und bis oben hin beblättert mit Laubblättern die spiralig angeordnet sind. Die unteren Laubblätter sind gestielt, die oberen sitzend bis stängelumfassend, lineal bis lanzettlich, ganzrandig oder wenig gesägt. Meist vertrocknen die unteren Laubblätter frühzeitig. Die Blüten sitzen in dichten Doppelwickeln, anfangs in gestauchten, später elongierten Blütenständen. Einzelblüten sind 5–9 mm im Durchmesser, mit dunkelvioletter Krone. Anfänglich sind die Kronblätter beim Aufblühen karmesinrot. In der Mitte finden sich weiße Schlundschuppen. Der Kelch ist etwa bis zur Mitte gespalten.


Abb. 1 Eine der ersten Blüten der Anchusa officinalis im Frühling an noch nicht elongierten Blütenstand. Wegesrand auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 24 m, 51° 38' 26 N, 06° 36' 37 O Abb. 2 Blühende Pflanze der Anchusa undulata in den Dünen auf Baltrum, 4 m, 53° 43' 48 N 07° 22' 28 O, 26.07.2016

Abb. 3 Blühenstände von Anchusa undulata in den Dünen auf Baltrum, 4 m, 53° 43' 48 N 07° 22' 28 O, 26.07.2016 Abb. 2 Blühende Pflanze der Anchusa undulata in den Dünen auf Baltrum, 4 m, 53° 43' 48 N 07° 22' 28 O, 26.07.2016

Abb. 5 Pflanzen der Anchusa officinalis in einer sandigen Wiese auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 23 m, 51° 38' 27 N, 06° 36' 39 O Abb. 6 Behaarter Stängel und Laubblätter von Anchusa officinalis. Wegesrand auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 24 m, 51° 38' 26 N, 06° 36' 37 O



Der Gattungsname Anchusa L. stammt von lat. "anchusa" (= Pflanze mit Farbstoff, besonders zum Schminken), was ein ungeklärtes Motiv ist, da die Ochsenzungen keine Färberstoffe liefern. . Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der Nutzung der Pflanzen als Arzneimittel.

Anchusa officinalis ist eine Pflanze für den mediterranen Staudengarten oder auch den naturnahen Garten an sonniger und warmer Stelle.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Anchusa officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/anchusa-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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