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Armeria maritima Willd.
Gewöhnliche Grasnelke, Plumbaginaceae - Bleiwurzgewächse
Sommerblüher, V–XI, 5–50 cm, mehrjährig, immergrün

Die Gewöhnliche Grasnelke wächst nicht nur an den Küsten, sondern kommt auch an zahlreichen, zum Teil isolierten Standorten im Binnenland vor. Dies bringt mit sich, dass sich verschiedene Unterarten entwickelt haben, beziehungsweise abgetrennt werden. Teilweise sind diese Sippen umstritten und unterscheiden sich nur in wenigen oder geringen Merkmalen. Eine Überarbeitung des Armeria-maritima-Komplexes erscheint nötig. Daher werden hier nur die beiden wichtigsten Sippen vorgestellt, die Strand-Grasnelke, A. maritima ssp. maritima, und die Galmei-Grasnelke, A. maritima ssp. halleri (Wallr.) Rothm. Allen Sippen ist das zierliche, "grasartige" Blatt gemein. Sowohl während der Blüte als auch mit den vertrockneten "Blütenköpfchen" außerhalb der Blühphase sind die Pflanzen einfach zu erkennen.


Abb. 1 Blüten von Armeria maritima ssp. halleri in der Galmeiflur, Schlangenberg bei Aachen, 265 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 38 O Abb. 2 Blüten von Armeria maritima ssp. halleri in der Galmeiflur, Schlangenberg bei Aachen, 279 m, 50° 44' 15 N, 06° 15' 03 O


Armeria maritima ssp. halleri ist Bestandteil der Galmei-Flora und wächst auf mit Schwermetallen belasteten Böden, der Galmeiflur, oder auf Serpentinschutt (eine Gruppe von Gesteinsmineralien). Galmei ist ein Zinkerz, welches beim Vordringen an die Oberfläche die Vegetation als Galmeiflur beeinflusst und durch die Schwermetallbelastung eine Baumschicht behindert. Hierdurch entsteht eine Pflanzengesellschaft, die sich aus Arten zusammensetzt, die auf die mit Zink- und Bleiverbindungen vergifteten Böden spezialisiert und durch die spärliche Baumschicht in der Regel Lichtzeiger sind.

Armeria maritima ssp. maritima kommt an den Küsten vor und auch auf Salzstandorten des Binnenlandes. Die Pflanzen bevorzugen trockene und sonnige Lagen. An windstillen und nährstoffreicheren Stellen kann A. maritima durchaus Größen von bis zu 50 cm erreichen, zumeist aber bleibt sie kleiner, besonders dort, wo starke und dauerhafte Winde wehen. Auf den Inseln und der Küste finden sich mehr oder weniger große Bestände von A. maritima nicht nur in der oberen Salzwiese, sondern auch in den Dünen, Süßwiesen oder entlang von Wegen.


Abb. 3 Blühende Pflanzen der Armeria maritima ssp. maritima am Hafen auf Spiekeroog, 13.07.2015, 0 m, 53° 45' 54 N, 07° 41' 56 O Abb. 4 Blühende Armeriae maritimae auf Spiekeroog, Salzwiesen der Legde, 13.08.2011, 0 m, 53° 46' 20 N, 07° 44' 17 O

Abb. 5 Massenbestand der Armeria maritima in der Deichwiese am Hafen auf Langeoog, 12.07.2015, 2 m, 53° 43' 53 N, 07° 30' 03 O Abb. 6 Blühende Armeriae maritimae ssp. maritima am Hafen auf Spiekeroog, 13.07.2015, 0 m, 53° 45' 56 N, 07° 41' 56 O

Abb. 7 Blüten von Armeria maritima ssp. maritima am Hafen auf Spiekeroog, 13.07.2015, 0 m, 53° 45' 54 N, 07° 41' 56 O Abb. 8 Fruchtstände der Armeria maritima in einer Süßwiese am Rand der Salzwiesen auf Langeoog, 03.08.2010, –1 m, 53° 44' 59 N, 07° 32' 59 O


Der Gattungsname Armeria Willd. geht auf das mittelfranzösische "armerie" zurück, eine Sammelbezeichung für mehrere Pflanzengattungen, die den Nelken ähnlich sind; ein Benennungsmotiv das sich auch noch in der deutschen Bezeichnung Grasnelke wiederfindet, obwohl A. maritima kein Nelkengewächs, sondern ein Bleiwurzgewächs ist. Das Epitheton maritima stammt von lat. "maritimus" (= Meer) und bezieht sich auf einen der Standorte der Strand-Grasnelke, ebenso wie das infraspezifische halleri aus gr. "halos" (= Genitiv für Salz) abgeleitet wurde.

In Gärten ist Armeria maritima eine schon lange kultivierte Art von der es unterschiedliche Züchtungen und Sorten gibt. Es sind typische Steingartenpflanzen, die helle und trockenere Standorte im Garten mögen. Interessant ist die lange Blühdauer im Sommer und der immergrüne Aspekt. Pflanzen die sich wohlfühlen vermehren sich langsam über Ableger oder säen sich aus. Weiß blühende Sorten sind ebenfalls sehr hübsch und genauso robust wie die Art.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Armeria maritima. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/armeria-maritima.html am Tg.Mo.Jahr.

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