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Arum italicum Mill.
Italienischer Aronstab, Araceae - Aronstabgewächse
Frühlingsblüher, III–V, 15–45 cm hoch, wintergrün, mehrjährig

Der Italienische Aronstab stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, kommt aber auch von Großbritannien bis nach Asien vor und ist in Mitteleuropa eingebürgert. Zumeist handelt es sich bei uns um Bestände, die aus Parks und Gärten ausgewildert sind oder mit Grünabfall in die Natur eingebracht wurden. Die Pflanzen breiten sich über die Wurzeln aus. Teilweise ist in Mitteleuropa schon Bestandsbildung über Samen beobachtet worden. Seit mindestens 7 Jahren sind beispielsweise die synantropen Bestände in Wuppertal (Sonnenberg und Nordbahntrasse) mittlerweile zu zahlreichen Pflanzen angewachsen.

Auffällig beim Italienischen Aronstab ist die Blattbildung im Herbst und Winter. Zum Sommer, nach der Blüte, ziehen die Pflanzen ein, das heißt, beim Arum italicum liegt ein echte wintergrüne Pflanze vor. Die Blätter sind ungefleckt, pfeilförmig und mit breiten, weißen Adern überzogen. Gelegentlich gibt es Sippen, die keine oder schwach weiße Adern aufweisen. Die Blütenscheide (= Spatha) ist grünlich weiß, der Kolben (= Spadix) gelb und halb so lang wie die Spatha. Zum Herbst erscheinen rundliche, leuchtend rote Beeren, ähnlich des einheimischen Arum maculatum L. Botanisch gehört die Gattung Arum L. zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledone). Anatomie der Blüte und Frucht ähnlich des A. maculatum.

Es sind zahlreiche Unterarten, Formen und Sorten des Italienischen Aronstabs beschrieben. Je nach Autor variiert deren Zahl erheblich. Es ist zu erwarten, dass die Gattung noch einige Änderungen hinsichtlich der Taxonomie erfahren wird.


Abb. 1 Das pfeilförmige, weiß gezeichnete Blatt des Arum italicum im Wäldchen an der Schrebergartensiedlung Sonnenberg, Wuppertal-Vohwinkel, 01.02.2014, 215 m, 51° 13' 38 N, 07° 04' 44 O Abb. 2 Reife Früchte des Arum italicum im Unterwuchs einer Gehölzpflanzung, Botanischer Garten Bochum, 29.07.2014

Abb. 3 Arum italicum wie Abb. 1, an der Schrebergartensiedlung Sonnenberg, Wuppertal-Vohwinkel, 01.02.2014, 215 m, 51° 13' 38 N, 07° 04' 44 O Abb. 4 Pflanzen des Arum italicum mit fehlender, beziehungsweise schwacher weißer Zeichnung der Adern. Am Ufer des Flumendosa bei Ballao, Sardinien, 85 m, 39° 33' 48 N 09° 20' 39 O, 17.10.2016

Abb. 5 Massenbestand des Arum italicum an einem Garten direkt entlang der Nordbahntrasse in Wuppertal-Langerfeld, 20.03.2016, 209 m, 51° 17' 06 N, 07° 15' 05 O Abb. 6 Unterhalb der Schrebergartensiedlung Sonnenberg in Wuppertal-Vohwinkel findet man diese Rodelstraße


Der in Norddeutschland vorkommende Südöstliche Aronstab, Arum cylindraceum Gasp., sowie das A. maculatum sind gut vom A. italicum zu unterscheiden, da beiden die helle, weiße Blattzeichnung fehlt.

Der Gattungsname Arum stammt vom gr. = "aron" ab und ist unklarer Herkunft, bezog sich nach mehreren griechischen Gelehrten auf eine Reihe von Gattungen wie Arum, Dracunculus Mill. oder Colocasia Schott. Erst später erfolgte der biblische Konnex auf den grünenden Stab Aarons (4. Moses 17, 23), dem auch das Benennungsmotiv des deutschen Namens zugrunde liegt. Das Epitheton italicum bezieht sich auf den mediterranen Naturstandort.
 

Abb. 7 Auch das gibt es: kleiner Bestand des Arum italicum in einer regelmäßig gemähten Wiese der Raststätte Mahlberg an der A 5 bei Lahr, 10.10.2014 Abb. 8 Reife und unreife Früchte des Arum italicum im Botanischen Garten Bochum, 29.07.2014

Abb. 9 Noch unreife Fruchtstände des Arum italicum im Unterwuchs einer Gehölzpflanzung, Botanischer Garten Bochum, 29.07.2014 Abb. 10 Laubblatt des Arum italicum am Naturstandort. Wegesrand oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 74 m, 43° 09' 28 N, 17° 36' 34 O

Abb. 11 Die Blütenstände von Arum italicum erscheinen im Frühling nach den Laubblättern, Privatgarten, 28.05.2016 Abb. 12 Der Blütenkolben von Arum italicum eingehüllt in die Blütenscheide, Privatgarten, 28.05.2016


Für den Garten ist Arum italicum eine dekorative Art, deren Blätter an halbschattigen, feucht humosen Stellen am besten zur Geltung kommen. In wintermilden Regionen dürften die Pflanzen winterhart sein, während sie in kälteren Regionen sicherlich einer Mulchauflage bedürfen. Ist ein Ausbreiten der Pflanzen unerwünscht, sollten im Herbst die Fruchtstände abgeschnitten werden. Ableger können problemlos abgestochen werden. Als echte wintergrüne Pflanze bietet sich ein Standort im Garten an, der winters nur wenig Optisches zu bieten hat.

Referenzen
Duddington, C. L. 1972: Baupläne der Plfanzen. – Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 323 S.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Arum italicum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/arum-italicum.html am Tg.Mo.Jahr.

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