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Arundo donax L.
Riesenschilf, Spanisches Rohr, Pfahlrohr, Poaceae - Süßgräser
Spätsommerblüher, VIII–XII, 2–6 m hoch, (halb-)immergrün, mehrjährig

Ursprünglich stammt das Riesenschilf wahrscheinlich aus dem asiatischen Raum und ist im gesamten Mittelmeerraum als Archäophyt verbreitet. Es sind immergrüne, an Bambus erinnernde Gräser mit kräftigen, weit kriechenden Rhizomen, die bevorzugt feuchte Standorte nahe der Küsten, an Gewässern oder in Tälern und Senken mit hohem Grundwasserspiegel besiedeln. Das Riesenschilf ist das höchste Gras Europas. Die Pflanzen bilden 1–4 cm breite Halme, haben grau- bis blaugrüne, flache Laubblätter mit rauhem Rand. Die Blüten erscheinen in 30–70 cm langen Rispen mit gewöhnlich violett tingierten, 2–4-blütigen Ährchen. Die Deckspelzen sind lang, seidig behaart und bewirken den silbrigen Glanz der Rispen.



Abb. 1 Horst von Arundo donax im Retamal der Isla Canela am Rio Guadiana, Ayamonte, Spanien, 20.10.2010, 0 m, 37° 11' 01 N, 07° 24' 13 W Abb. 2 Dichter Bestand von Arundo donax an einem Straßenrand bei Narbonne, Südfrankreich, 14.10.2005

Abb. 3 Ursprünglich dürfte Arundo donax von solchen Standorten wie hier in einem Wadi in Nord-Oman bei Al Karbi her stammen, 20.02.2007, 411 m, 24° 41' 49 N, 56° 19' 29 O Abb. 4 Blütenrispe des Arundo donax, wie Abb. 2 an einem Straßenrand bei Narbonne, Südfrankreich, 14.10.2005

Abb. 5 Kleine Pflanze von Arundo donax, die wahrscheinlich über ein Rhizomstück mit dem Rio Guadiana an den Strand der Isla Canela verschleppt wurde, Ayamonte, Spanien, 28.03.2008, 0 m, 37° 10' 55 N, 07° 24' 10 W Abb. 6 Dichter Bestand von Arundo donax am Straßenrand der Vico Portico in Muravera, Sardinien, 12.10.2016

Abb. 7 Blütenstände von Arundo donax, wie Abb. 6 am Straßenrand der Vico Portico in Muravera, Sardinien, 12.10.2016 Abb. 8 Freigelegtes Rhizomstück von Arundo donax, wie Abb. 6 am Straßenrand der Vico Portico in Muravera, Sardinien, 12.10.2016

Abb. 9 Horst von Arundo donax an einem Straßenrand bei Nerja, Spanien, 10.10.2008, 63 m, 36° 45' 20 N, 03° 50' 58 W Abb. 10 Arundo donax zuammen mit Nerium oleander L. und der Dattelpalme, Phoenix dactylifera L., am Naturstandort im Wadi Alqahfi, Oman, 20.02.2007, 443 m, 24° 40' 45 N 56° 09' 52 O


Die Herkunft des Gattungsnamens Arundo L. ist unsicher, möglicherweise nordafrikanisch oder vorderasiatisch, später zu lat. "arundo" (= Pfahlrohr). Mill. stammt von arab. "abu tilun" (= Indische Malve), später zu span. "abutilon" oder port. "arbutilao". Das Art-Epitheton donax stammt wahrscheinlich von gr. "donein" (= schütteln), nach den im Wind wogenden Halmen, später zu gr. "donax", womit neben den rohr- und schilfartigen Gräsern auch die daraus gefertigten Gegenstände wie beispielsweise Pfähle, Rohre oder Schäfte gemeint sind.

Arundo donax ist ein ausgesprochen dekoratives Gras, welches durch seine Architektur besticht. In wintermilden Regionen ist es grenzwertig winterhart. In kalten Wintern oder in Regionen ab Z 7b bedarf es eines winterlichen Schutzes des Rhizoms durch eine Mullauflage. In Mitteleuropa sind die Gräser meist sommergrün, können während milder Winter jedoch auch immergrün überdauern. Entscheidend ist, dass das Rhizom nicht bei tiefen Temperaturen über einen längeren Zeitraum durchfriert. Bei sehr sandigem Boden ist eine Rhizomsperre bis mindestens 50 cm Tiefe ratsam, sofern man ein Ausbreiten nicht wünscht.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Arundo donax. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/arundo-donax.html am Tg.Mo.Jahr.

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