Startseite

Asparagus officinalis L.
  synonym: Asparagus polyphyllus Steven
Gemüsespargel, Liliaceae - Liliengewächse
                auch: Asparagaceae - Spargelgewächse
Sommerblüher, V–VII, 30–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gemüsepargel tritt in Mitteleuropa schwerpunktmäßig gemein im Nordosten auf, ist in den übrigens Regionen zerstreut bis verbreitet und im Süden teilweise fehlend. Ursprünglich stammt er womöglich aus dem südeuropäischen Raum und wurde schon vor 1.500 n. Chr. in Mitteleuropa eingeführt (Archäophyt). Sein Verbreitungsgebiet ist europäisch-westsibirisch. In Australien, Nord- und Südamerika ist eingebürgert. Bevorzugt siedelt er an kiesigen Flussufern, Säumen, lichten Wäldern und an Ruderalstandorten wie Rasen, Straßen- und Wegrändern. Die Pflanzen sind sommergrün, halbstrauchförmig, mit einem horizontalen Rhizom, wachsen aufrecht bis 150 cm Höhe, selten mehr. Die Stängel sind reich verzweigt und besetzt mit nadelförmigen, linealen, weichen Phyllokladien, bei denen es sich um blattartige Kurzsprosse handelt, die beim Gemüsespargel in Büscheln zu 4–25 stehen. Die Blüten sind gelblich grün, hängend, lang gestielt und bis maximal 1 cm lang. Später erscheinen rote Beerenfrüchte.

Vom Gemüsespargel werden die frischen, noch weichen, unterirdischen Stängel geerntet

Abb. 1 Es wird vermutet, dass Standorte des Asparagus officinalis wie hier im Kies-Sandbett des Rheins bei Stürzelberg doch indigene Vorkommen sein können. Grind bei Stürzelberg, 06.08.2010, 33 m, 51° 09' 19 N, 06° 49' 51 O Abb. 2 Reife Früchte des Asparagus officinalis im Kies-Sandbett des Rheins bei Düsseldorf-Himmelgeist, 23.08.2009, 34 m, 51° 10' 09 N, 06° 48' 02 O

Abb. 3 Es wird vermutet, dass Standorte des Asparagus officinalis wie hier im Kies-Sandbett des Rheins bei Stürzelberg doch indigene Vorkommen sein können. Grind bei Stürzelberg, 29.08.2009, 33 m, 51° 09' 33 N, 06° 50' 12 O Abb. 4 Blüten des Asparagus officinalis, an einem Wegesrand am Ostende auf Langeoog, 24.07.2016, 1 m, 53° 44' 55 N, 07° 36' 00 O

Abb. 5 Frischer Trieb von Asparagus officinalis, auf einer Brachfläche am Hafen von Langeoog, 28.07.2017, 3 m, 53° 43' 30 N, 07° 29' 36 O Abb. 6 Knapp über 2 m hoher Strauch des Asparagus officinalis auf einer Brachfläche am Hafen von Langeoog, 28.07.2017, 3 m, 53° 43' 30 N, 07° 29' 36 O

Abb. 7 Die Blüten des Asparagus officinalis sind gelblich-weiß mit bräunlich-roter Tönung. Wegesrand am Ostende auf Langeoog, 24.07.2016, 1 m, 53° 44' 55 N, 07° 36' 00 O Abb. 8 Blühende Pflanze des Asparagus officinalis an einem Wegesrand am Ostende auf Langeoog, 24.07.2016, 1 m, 53° 44' 55 N, 07° 36' 00 O


Schon antik wurde der Gattungsname Asparagus L. genutzt, gr. "asparagos" (= Spargel). Sein etymologisches Motiv könnte "sprossen" sein, nach litauisch "spurgas" (= Spross) oder altindisch "sphurjati" (= hervorbrechen). Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, denn der Gemüsepargel wurde früher nicht nur gustativ, sondern auch arzneilich genutzt.

Asparagus officinalis sind architektonisch wertvolle Pflanzen und werden häufig in Gärten als Zierpflanzen angebaut. Ideal sind offene, sonnige Standorte mit eher sandigen Böden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Asparagus officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asparagus-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de