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Asplenium ebenoides R. R. Scott
  synonym: ×Asplenosorus ebenoides (R. R. Scott (pro. sp.)) Wherry
Drachenschwanzfarn, Scotts Streifenfarn, Scotts Milzfarn, Aspleniaceae - Streifenfarngewächse
05–20 cm, immergrün, mehrjährig

Der Drachenschwanzfarn stammt aus dem östlichen Nordamerika, wo die Pflanzen an wenigen Standorten in den Apalachen auf Schuttfächern oder Felsfluren in Höhen von 70–500 m über NN vorkommen. Es handelt sich im die Nothospezies Asplenium rhizophyllum L. × A. platyneuron (L.) Britton, Sterns & Poggenb., die zumeist in den Überlappungsarealen beider Elternfarne auftritt. Die Art ist relativ vielgestaltig und umfasst sterile diploide Sippen, als auch fertile tetraploide. Es sind kleine, immergrüne Farne bis 20 cm Höhe. Das Rhizom ist meist nur kurz, kriechend, wenig verzweigt, aufsteigend bis aufrecht und von dunkelbraunen bis schwarzen, schmal 3-eckigen, bis 4 mm langen Spreuschuppen bedeckt. Die Wedel sind dimorph mit größeren und aufrechten Sporophyllen (fertile Wedel) und kleineren Trophophyllen (sterile Wedel). Die Wedelstiele sind rot-braun bis purpurfarben, 1–10 cm lang, kleiner bis fast so lang wie die Wedelspreite, basisnah bedeckt von dunkelbraunen bis schwarzen Spreuschuppen, spreitennah mit Haaren. Die Wedelspreite ist ausgesprochen vielgestaltig, von schmal 3-eckig bis lanzettlich, 1–2-fach gefiedert, 2–20 cm lang, 1–13 cm breit, oberseits locker flaumig behaart, ganzrandig oder fein gesägt. Apikal geht die Spreite zumeist in eine lange, schmal lanzettliche Spitze über. Gelegentlich finden sich Bulbillen. Auf den Fiederblätter finden sich 1–15 Sori.

Abb. 1 Die schmal lanzettlichen Wedel von Asplenium ebenoides, Privatgarten, 26.03.2018 Abb. 2 Die Wedelspitze des Asplenium ebenoides ist typischerweise lang, linear-lanzettlich, Privatgarten, 26.03.2018

Abb. 3 Die schmal lanzettlichen Wedel von Asplenium ebenoides, Privatgarten, 26.03.2018


Der Gattungsname Asplenium leitet sich vom Milzfarn, dem Asplenium ceterach L., ab und stammt vom griechischen "splina" (= Milz). Wahrscheinlich ergibt sich der Name Milzfarn aus der (weitgehend ehemaligen) Nutzung bei Milzerkrankungen. Das Epitheton ebenoides leitet sich ab von gr. "ebenos" (= Ebenholz) und gr. "-oeides" (= -ähnlich), zu "ebenholzähnlich", nach dem Kretischen Ebenholzstrauch, Ebenus cretica L., dessen Blütenstände schlank konisch spitz zulaufen wie die Blattspreite des Asplenium ebenoides.

Asplenium ebenoides ist bisher kaum in Kultur in Mitteleuropa. Erste Erfahrungen deuten eine Winterhärte bis Z 8 oder Z 7b an. Der Anbau im Garten ist relativ einfach, wenn man einen halbschattigen und mineralischen Standort auf Stein- oder Felsdesign wählt. Natürlicherweise bevorzugt der Drachsenschwanzfarn Felsstandorte mit neutralen oder sauren Böden. Lichte Plätze unter Bäumen oder an Gehölzrändern sind ideal. Auch das Alpinum ist geeignet, hier auf Stein, in Fugen oder Ritzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Asplenium ebenoides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asplenium-ebenoides.html am Tg.Mo.Jahr.

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