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Asplenium ruta-muraria L.
Mauerraute, Aspleniaceae - Streifenfarngewächse
05–20 cm hoch, meist immergrün, mehrjährig

Die Mauerraute ist in Mitteleuropa relativ häufig und man findet sie in kalkhaltigen Mauerfugen, auf Kalkgestein oder an unfestigten Bauwerken. Sie ist ein kleiner, zierlicher, leicht identifizierbarer Farn mit nur 15–20 cm langen, gestielten Wedeln, deren Silhouette dreieckig oder eiförmig ist mit doppelt fiederspaltigen, keilförmigen Fiedern. Unterseitig finden sich die für Streifenfarne typischen, parallel zu den Blattgefäßen laufenden, länglichen, streifenförmigen Sporangien (Sporen-Behälter).

Abb. 1 Kleines Asplenium ruta-muraria in den Kalksinterfelsen des Wasserfalls Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 388 m, 50° 19' 28 N, 06° 46' 08 O Abb. 2 Gestielte Wedel des Asplenium ruta-muraria, Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 388 m, 50° 19' 28 N, 06° 46' 08 O

Abb. 3 Unterseite eines Wedels von Asplenium ruta-muraria mit den streifenförmigen Sporangien, Wasserfall Dreimühlen, 28.05.2014, Nohn, Eifel, 388 m, 50° 19' 28 N, 06° 46' 08 O Abb. 4 Asplenium ruta-muraria zusammen mit A. trichomanes L. in den Kalkfelsen des Wasserfalls Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 388 m, 50° 19' 28 N, 06° 46' 08 O

Abb. 5 Asplenium ruta-muraria in einer Natursteinmauer am Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe, Darmstadt, 21.06.2014, 181 m, 49° 52' 35 N, 08° 40' 05 O Abb. 6 Asplenium ruta-muraria in einer Backsteinmauer am Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe, Darmstadt, 21.06.2014, 181 m, 49° 52' 35 N, 08° 40' 04 O

Abb. 7 Ausstellungsgebäude und Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe, Standort des Asplenium ruta-muraria, Darmstadt, 21.06.2014 Abb. 8 Asplenium ruta-muraria zusammen mit A. trichomanes L. in einer Natursteinmauer in Weninghausen, nahe dem Westenfelder Kalkknäppchen, Sauerland, 20.07.2014, 325 m, 51° 18' 46 N, 08° 03' 26 O

Abb. 9 Asplenium ruta-muraria in einer Natursteinmauer in Weninghausen, nahe dem Westenfelder Kalkknäppchen, Sauerland, 20.07.2014, 325 m, 51° 18' 46 N, 08° 03' 26 O Abb. 10 Junpflanze des Asplenium ruta-muraria in der Kalksteinwand der Hohen Anna bei Brilon, Sauerland, 07.01.2015, 490 m, 51° 23' 22 N, 08° 35' 10 O

Abb. 11 Asplenium ruta-muraria in einer Natursteinmauer des Fort Royal auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 72 m, 42° 37' 47 N, 18° 00' 15 O


Der Gattungsname Asplenium L. leitet sich vom Milzfarn, dem A. ceterach L., ab und stammt vom griechischen "splina" (= Milz). Wahrscheinlich ergibt sich der Name Milzfarn aus der (weitgehend ehemaligen) arzneilichen Nutzung bei Milzerkrankungen. Das Epitheton ruta-muraria leitet sich ab von gr. "rhyte" (= Weinraute), später zu lat. "ruta" (= schwarz), und lat. "muralis" (= Mauer). Das Benennungsmotiv Raute bleibt allerdings unklar, da es sich eher nicht um die gleichlautende geometrische Raute handelt, es sei denn man nimmt die Umrisse der Fiederblättchen, die mit viel Phantasie manchmal einer Raute ähneln.

Die Kultur der Mauerraute im Garten ist relativ einfach, wenn man einen kalkhaltigen Standort wählt. Steingärten, Gartengebäude, Mauern oder Felsgelände wären gute Einsatzorte.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Asplenium ruta-muraria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asplenium-ruta-muraria.html am Tg.Mo.Jahr.

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