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Bistorta officinalis Delarbre
Schlangen-Wiesenknöterich, Polygonaceae - Knöterichgewächse
Frühsommerblüher, V–VIII, 30–80 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Schlangen-Wiesenknöterich ist in Mitteleuropa mäßig häufig und besiedelt gerne feuchtere Standorte wie Hartholz-Auenwälder, Feucht- und Nasswiesen bis hinauf in subalpine Grünerlengebüsche. Bistorta officinalis bildet kräftige, schlangenförmige Rhizome aus denen unverzweigte Stängel wachsen. Die Blätter sind länglich, zugespitzt mit abgesetztem Blattgrund, so dass die Blattstiele peripher zunehmend geflügelt sind. Die Blüten erscheinen im Frühsommer, sind weiß-rosa und stehen in Scheinähren. Bei einer Ähre sitzen die Blüten ungestielt an einer Hauptachse, bei B. officinalis sind die Blüten jedoch gestielt, deshalb Scheinähre. Relativ rasch, schon 2–3 Wochen nach dem Verblühen ist die Fruchtreife abgeschlossen. Pro Blüte bildet sich eine dreikantige, bis 5 mm große Nuss, die meist mit der Blütenhülle abfällt.


Abb. 1 Blütenstände der Bistorta officinalis im Staudenbeet des Botanischen Gartens Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 2 Bistorta officinalis dreikantige Nüsse, wie Abb. 1, Tal des Marscheider Baches, Wuppertal, 51° 15' 03 N, 07° 15' 25 O

Abb. 3 Bistorta officinalis Fruchtstand, gestielte und von der Blütenhülle eingeschlossene Nüsse, Tal des Marscheider Baches, Wuppertal, 51° 15' 03 N, 07° 15' 25 O Abb. 4 Prächtig blühender Bestand von Bistorta officinalis im Staudenbeet des Botanischen Gartens Düsseldorf, 25.05.2016

Abb. 5 Hübscher Bestand der Bistorta officinalis in einem Privatgarten, 01.10.2013 Abb. 6 Blütenstand von Bistorta officinalis in einem Privatgarten, wie Abb. 3, 01.10.2013


Die Abgrenzung der Bistorta officinalis von den anderen Arten der Gattung Persicaria Mill. und von Bistorta vivipara (L.) Delarbre ist relativ einfach. Bistorta vivipara ist deutlich kleiner, wintergrün und mit schmal ovalen Blättern. Die einheimischen Persicariae sind bis auf den immergrünen Wasser-Knöterich, P. amphibia (L.) Delbarbre, alle einjährig und haben entweder deutlich andere Blütenstände oder andere Blattformen.

Der Gattungsnamen Bistorta L. leitet sich von  lat. "bis" (= zweimal) und lat. "tortus" (= gewunden) ab und beschreibt das schlangenförmig gewundene Rhizom. Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der ehemaligen arzneilichen Nutzung der Pflanzen. Ebenso wie die pharmakologische Nutzung hat sich die frühere Verwendung von B. officinalis als Gemüse verloren.

Abb. 7 Blütenstand der Bistorta officinalis, 14.07.2014, Privatgarten Abb. 8 Blütenstand der Bistorta officinalis am Rande eines Gebirgsbaches in Grindelwald, Schweiz, 15.10.2014, 1.613 m, 46° 39' 02 N 08° 03' 00 O

Abb. 9 Bistorta officinalis Blatt mit geflügeltem Blattstiel durch den abgesetztem Blattgrund, Tal des Marscheider Baches, Wuppertal, 51° 15' 03 N, 07° 15' 25 O Abb. 10 Bistorta officinalis Bestand am Marscheider Bach, wie Abb. 3, Wuppertal, 51° 15' 03 N, 07° 15' 25 O


Bistorta officinalis ist eine dekorative Staude, die durch ihre Blütenpracht besticht. Die Pflanzen bevorzugen feuchte Standorte im Garten, können aber auch im normalen Beet gedeihen. Es gibt einige Sorten die man im Handel erwerben kann, beispielsweise die herbstblühende Sorte 'Superba'. Beachten sollte man, dass sich der Schlangen-Wiesenknöterich langsam über das Rhizom ausbreitet. Durch regelmäßiges Entfernen unerwünschter Ausläufer oder Einbringen einer Rhizomsperre sind die Pflanzen gut zu kontrollieren.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Bistorta officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/bistorta-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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