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Borago officinalis L.
Garten-Boretsch, Gurkenkraut, Boraginaceae - Raublattgewächse
Sommerblüher, VI–X, 15–60 cm hoch, immergrün, ein-, zweijährig, kurzlebig

Der Garten-Boretsch stammt ursprünglich aus dem südeuropäisch-nordafrikanischen Raum. In Mitteleuropa ist die Art eingebürgert und tritt unbeständig, selten in allen Bundesländern auf; zumeist handelt es sich um Verwilderungen aus Gärten. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an warmen und offenen Ruderalstellen wie Wegrändern, Schuttflächen oder Brachen. Im Mittelmeerraum finden sich die Pflanzen oft als Ackerbeikraut oder auf Weiden und als Kulturpflanze. Die Pflanzen sind borstig behaart, meist oberseits buckelig und bilden eine Grundrosette aus eiförmigen bis lanzettlichen Blättern, deren Blattstiel geflügelt ist. Der rispige Blütenstand trägt sitzende Hochblätter und gestielte, nickende Blüten. Die Einzelblüten sind 2–3 cm im Durchmesser, haben eine kurze Kronröhre und 5 flach ausgebreitete, spitze, himmelblaue Kronzipfel. Selten ist die Krone weiß. Die Schlundschuppen sind weiß, die Staubbeutel dunkelviolett und kegelförmig zusammen neigend.


Abb. 1 Himmelblaue Blüten des Borago officinalis und rispige Blütenstände (traubenartig mit Terminalblüte), nahe der Küste vor Villa Real de Santo Antonio, Portugal, 22.03.2008, 1 m, 37° 10' 33 N, 07° 25' 17 W Abb. 2 Grundständige Blattrosette von Borago officinalis auf einem Acker bei Ciaccia, Valledoria, Sardinien, Italien, 27.10.2017, 62 m, 40° 54' 19 N, 08° 47' 26 O

Abb. 3 Oberseits buckelige und borstig behaartes Blatt von Borago officinalis auf einem Acker bei Ciaccia, Valledoria, Sardinien, Italien, 27.10.2017, 62 m, 40° 54' 19 N, 08° 47' 26 O Abb. 4 Himmelblaue Blüte von Borago officinalis auf einem Acker bei Ciaccia, Valledoria, Sardinien, Italien, 27.10.2017, 62 m, 40° 54' 19 N, 08° 47' 26 O

Abb. 5 Blütenstände des Borago officinalis an einem Wegesrand in den Weinbergen bei Altvogtsburg, Kaiserstuhl, 11.09.2015, 375 m, 48° 05' 54 N, 07° 41' 16 O Abb. 6 Blütenrispe mit Terminalblüte beim Borago officinalis an einem Wegesrand in den Weinbergen bei Altvogtsburg, Kaiserstuhl, 11.09.2015, 375 m, 48° 05' 54 N, 07° 41' 16 O


Der Gattungsname Borago L. geht zurück auf altokzitanisch (romanische Altsprache in Südfrankreich) "borratge" (= Vater des Schweißes), nach der volksheilkundlichen Anwendung als schweißtreibende Darreichung. Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der Nutzung der Pflanzen als Arzneimittel.

Borago officinalis ist eine Pflanze für den mediterranen Staudengarten, die Kräuterpflanzung oder auch den naturnahen Garten an sonniger und warmer Stelle.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer. und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Borago officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/borago-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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