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Campanula barbata L.
Bärtige Glockenblume, Campanulaceae - Glockenblumengewächse
Beginn Frühsommerblüher, VI–IX, 10–40 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Bärtige Glockenblume ist in Mitteleuropa selten und findet sich in (sub-)montanen bis alpinen Regionen der Alpen und Karpaten. Im Flachland tritt sie nicht auf und siedelt, obwohl eine typische Alpenpflanze, nicht auf Kalk, sondern eher sauren Wiesen, offenen Bodenflächen, Fettweiden, lichten Gebüschen und Wäldern. Typischerweise haben die Pflanzen eine Blattrosette mit länglich eiförmigen bis lanzettlichen Blättern und einem unverzweigten Stängel. Der Blütenstand ist eher wenigblütig, traubig, mit einseitswendigen Blüten, deren Krone weiß, hellblau bis violettblau sein kann. Die Blüten sind bis 3 cm lang, die inneren Kronzipfel innen am Rand deutlich kraushaarig, die Kelchzipfel sind kürzer als die halbe Krone.



Abb. 1 Campanula barbata mit weißer Krone auf einem Halbtrockenrasen bei Bachläger, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 13.10.2014, 1.996 m, 46° 39' 31 N 08° 02' 40 O Abb. 2 Campanula barbata mit violettblauer Krone auf offenem, saurem Boden am Bachalpsee oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 2.275 m, 46° 40' 06 N 08° 01' 27 O

Abb. 3 Frucht der Campanula barbata mit zurückgeschlagenen Kelchabschnitten, Bachläger oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 2.008 m, 46° 39' 32 N 08° 02' 39 O Abb. 4 Hellblaue Blüte der Campanula barbata mit deutlich zottig behaarten Kelchblättern, die weniger als die Hälfte der Krone lang sind, Bachläger oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 1.996 m, 46° 39' 31 N 08° 02' 40 O

Abb. 5 Campanula barbata mit hellblauer Krone am Wegesrand nahe dem Waldspitz oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 1.952 m, 46° 39' 14 N 08° 02' 42 O Abb. 6 Campanula barbata mit deutlichen, krausen Haaren am Rand der Krone, Bachläger oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 1.996 m, 46° 39' 31 N 08° 02' 40 O


Der Gattungsname Campanula L. leitet sich von lat. "campana" (= Glocke) ab und beschreibt die Form der Blüte. Das Epitheton barbata stammt von lat. "barbatus" (= bärtig) und beschreibt die krausen Haare der Blütenkrone.

Bärtige Glockenblumen sind dekorative Stauden mit attraktiven, farbenreichen Blüten. Passende Standorte sind alpine Pflanzungen, Steingärten oder auch Yuccabeete. Die Pflanzen sollten sonnig und offen stehen, ideal ist ein leicht sauerer bis neutraler, frischer Boden. Etwas Halbschatten wird auch vertragen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Campanula barbata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/campanula-barbata.html am Tg.Mo.Jahr.

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