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Campanula cochleariifolia Lam.
Zwerg-Glockenblume, Niedliche Glockenblume, Campanulaceae - Glockenblumengewächse
Sommerblüher, VI–X, 5–30 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Zwerg-Glockenblume ist in Mitteleuropa selten und findet sich in (sub-)montanen bis alpinen Regionen der Alpen, kommt zudem bis in die Pyrenäen und auf dem Balkan vor. Im Flachland tritt sie nur selten auf und wenn dann meist als Schwemmpflanze entlang von Flüssen, die in den Bergen entspringen. Bevorzugt werden kalkhaltige Standorte auf Wiesen, Halbtrockenrasen, Schuttfächern, Schotterufern und Felsfluren besiedelt. Da die Art dichte Rasen und individuenreiche Bestände bilden kann, stabilisiert sie Untergründe und ist mithin ein wichtiger Bestandteil des Erosionsschutzes, auch in Regionen oberhalb der Baumgrenze. Die Stängel sind an der Basis flaumig behaart, die Grundblätter schwach herzförmig, am Stängel rasch schmäler werdend und zur Blütezeit meist nicht verwelkt, anders als bei der ähnlichen Campanula rotundifolia L. Je nach Witterung kann die Blüte vom Frühsommer bis in den Herbst reichen. Die Blütenstände sind traubig, 2–6-blütig, gelegentlich mit einzelner Blüte, nickend, hellblau, mit bis 1,8 cm langer Krone.


Abb. 1 Individuenreicher Bestand der Campanula cochleariifolia auf einer Wiese bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.590 m, 46° 38' 56 N 08° 02' 58 O O Abb. 2 Obere Stängelblätter und Blüte von Campanula cochleariifolia auf einer Wiese bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.577 m, 46° 38' 45 N 08° 02' 52 O O

Abb. 3 Blüten von Campanula cochleariifolia auf einer Wiese bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.589 m, 46° 38' 55 N 08° 02' 57 O O Abb. 4 Campanula cochleariifolia auf einer Wiese bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.590 m, 46° 38' 56 N 08° 02' 58 O O

Abb. 5 Individuenreicher Bestand der Campanula cochleariifolia auf einer Wiese bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.590 m, 46° 38' 56 N 08° 02' 58 O O Abb. 6 Campanula cochleariifolia auf einer Wiese bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.589 m, 46° 38' 55 N 08° 02' 57 O O

Abb. 7 Mittlere Stängelblätter der Campanula cochleariifolia bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.577 m, 46° 38' 45 N 08° 02' 52 O O Abb. 8 Bestand der Campanula cochleariifolia auf einer Wiese bei Bort, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 17.10.2014, 1.577 m, 46° 38' 45 N 08° 02' 52 O O

Der Gattungsname Campanula L. leitet sich von lat. "campana" (= Glocke) ab und beschreibt die Form der Blüte. Das Epitheton cochleariifolia stammt von gr. "kochlias" (= Schnecke), beziehungsweise später lat. "cochlea" (= Schnecke, Muschel) für die löffelförmigen Grundblätter der Gattung Cochlearia L., die ähnlich denen der C. cochleariifolia sind, lat. "-folius" (= -blättrig).

Zwerg-Glockenblumen sind dekorative Stauden mit attraktiven, farbenfrohen Blüten. Passende Standorte sind alpine Pflanzungen, Steingärten, Staudenbeete oder auch Yuccabeete. Die Pflanzen sollten sonnig und offen stehen, ideal ist ein kalkhaltiger Boden. Pflanzen die sich wohl fühlen breiten sich langsam über lange Triebe aus und können größere Polster bilden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Campanula cochleariifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/campanula-cochleariifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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