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Carduus acanthoides L.
  synonym: Carduus fortior Klokov
Weg-Distel, Stachel-Distel, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommerblüher, VI–IX, 30–120 cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Die Weg-Distel tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt im Rheintral und den zentralen Mittelgebirgen, Richtung Norden wird sie seltener. Ihr Verbreitungsgebiet ist europäisch-asiatisch. In Mitteleuropa ist sie schon vor 1.500 n. Chr. aus dem südosteuropäischen Raum eingewandert; in Nordamerika, Ozeanien und Südamerika ist sie ein Neophyt. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf Ruderalflächen, Ackerbrachen und (Halb-)trockenrasen. Auf offenen Böden kann sie als Pionierpflanze dichte, individuenreiche Bestände bilden. Die Pflanzen wachsen aufrecht. Die Stängel sind dornig geflügelt und bis fast zur Spitze beblättert. Die Laubblätter sind tief fiederspaltig bis -schnittig, beidseits fast kahl, grün und derb dornig. Einzelne Blattabschnitte tragen bis 5–7 mm lange Dornen. Die Blütenköpfchen stehen locker zu 1–3, sind 15–25 mm im Durchmesser und haben geflügelte Stiele. Die Blütenhülle ist eiförmig bis kugelig und kaum behaart. Die Blütenkronen sind hell purpurfarben. Wie bei allen Arten der Gattung bilden sich Früchte mit ungefiederten "Fallschirmen" (= Pappus)


Abb. 1 Geflügelter Stängel von Carduus acanthoides auf einer Weide in Neuss-Helpenstein, 07.09.2019, 41 m, 51° 08' 40 N, 06° 39' 45 O Abb. 2 Blütenköpfchen des Carduus acanthoides auf einer Weide in Neuss-Helpenstein, 07.09.2019, 41 m, 51° 08' 40 N, 06° 39' 45 O

Abb. 3 Blütenköpfchen des Carduus acanthoides in der Anthese. Weide in Neuss-Helpenstein, 07.09.2019, 41 m, 51° 08' 40 N, 06° 39' 45 O Abb. 4 Fruchtköpfchen von Carduus acanthoides mit den ungefiederten Pappushaaren. Weide in Neuss-Helpenstein, 07.09.2019, 41 m, 51° 08' 40 N, 06° 39' 45 O


Der Gattungsname Carduus L. ist wahrscheinlich indogermanischen Ursprungs und leitet sich ab von der etymologsichen Wurzel "kars-" (= Kratzen). Diese Wurzel findet sich bei anderen Gattungen der "Disteln" wieder: Carlina L. oder Cirsium L. Das Art-Epitheton acanthoides stammt von gr. "akanthos" (= Akanthus, Bärenklau, distelartige Sippe) und gr. "-oeides" (= -ähnlich), wobei nicht klar ist, welche Ähnlichkeit mit welcher Pflanzenart gemeint ist.

Carduus acanthoides ist eine robuste, einheimische Staude für den Wildgarten, die durchaus mit ihrer bizarren Architektur zu gefallen weiß.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Carduus acanthoides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/carduus-acanthoides.html am Tg.Mo.Jahr.

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