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Carlina acaulis L.
Stängellose Silberdistel, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 5–40 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Stängellose Silberdistel ist in Mitteleuropa selten und findet sich bevorzugt in (sub-)montanen bis alpinen Regionen. Im Flachland ist sie sehr selten. Gerne siedelt sie auf Kalk, in Wiesen, die beweidet werden, oder auf sonnigen Felsfluren. Außerhalb Mitteleuropas reicht das Verbreitungsgebiet von Westeuropa bis in die Ukraine. Die Pflanzen bilden eine kräftige Pfahlwurzel und eine Blattrosette, gelegentlich sind sie bis zu 6-köpfig mit entsprechend vielen Rosetten unterhalb den Blütenköpfen. Die Blätter sind bis zu 25 cm lang, tief gebuchtet bis gefiedert. Die Blütenköpfe sind bis 8 cm im Durchmesser, typische Körbchenblüten mit äußeren, laubblattähnlichen Hüllblättern und inneren, silbrig-weißen Hüllblättern. Mittig findet sich das Blütenkörbchen mit äußeren Zungenblüten und inneren Röhrenblüten, was bei den Silberbdisteln wegen der Größe der Blüte gut erkennbar ist.

Manche Autoren unterscheiden anhand der Laubblätter zwei Unterarten der Stängellosen Silberdistel:
- ssp. acaulis mit gewellter Laubblattspreite, deren Abschnitten nur bis zur Hälfte geteilt sind und mit feinen Dornen.
- ssp. simplex (Waldst. & Kit.) Nyman mit krauser Laubblattspreite, tief geteilten Abschnitten und kräftigen Dornen.


Abb. 1 Carlina acaulis auf einem Halbtrockenrasen bei Bachläger, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 1.996 m, 46° 39' 31 N 08° 02' 40 O Abb. 2 Carlina acaulis am Wegesrand nahe dem Waldspitz oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 1.952 m, 46° 39' 14 N 08° 02' 42 O

Abb. 3 Abgeblühte Carlina acaulis bei Bachläger, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 2.008 m, 46° 39' 32 N 08° 02' 39 O Abb. 4 Das Blütenkörbchen einer Carlina acaulis, Bachläger, oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 1.996 m, 46° 39' 31 N 08° 02' 40 O

Abb. 5 Blütenkörbchen der Carlina acaulis mit ringförmig sich entwickelnden Einzelblüten, Privatgarten, 11.09.2016


Der Gattungsname Carlina L. wurde schon vorlinnäisch gebraucht, stammt von lat. "carduus" (= Distel) und wurde später aus einem oberitalienischen Dialekt abgeleitet, ital. "Carlina" (= Eberwurz); die Art wird heute noch "Carlina bianca" genannt. Auch in anderen Sprachen gibt es die selbe Wurzel, span. "carlina", frz. "carline". Das Epitheton acaulis stammt von gr. "akaulos" (= stängellos) und bezieht sich auf Wuchsform der Art.

Die Stängellosen Silberdisteln sind dekorative Stauden mit attraktiven, großen Blüten. Passende Standorte sind alpine Pflanzungen, Steingärten oder auch Yuccabeete. Die Pflanzen sollten sonnig und offen stehen, ideal ist ein kalkhaltiger Boden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Carlina acaulis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/carlina-acaulis.html am Tg.Mo.Jahr.

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