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Cautleya gracilis (Sm.) Dandy
  synonym: Cautleya lutea (Royle) Hook. f.
                 Roscoea gracilis Sm.
                 Roscoea lutea Royle
Gelbe Cautleya, Zingiberaceae - Ingwergewächse
Sommerblüher, VII–IX, 25–80 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Gelbe Cautleya stammt aus dem östlichen Himalaya von Kashmir bis Vietnam, wo die Pflanzen in der Krautschicht feuchter Schluchtwälder oder als Aufsitzerpflanzen hoher Bäume in den mittleren Höhenstufen von 900–3.100 m über NN wachsen. Es sind sommergrüne Pflanzen, die sich langsam über das horizontale Rhizom ausbreiten. Aus den Blattscheiden werden bis 80 cm hohe, grüne und purpurrot gefleckte Pseudostämme gebildet. Meist finden sich nur wenige, 4–6 Laubblätter, die 6–18 cm lang, 1,5–6 cm breit, lanzettlich, grün und kahl sind, mit mehr oder weniger parallelen Blatträndern. Meist haben die Laubblätter einen kurzen Stiel. Die Blüten stehen in 2–10-blütigen Ähren mit zickzackförmiger, roter Rachis (Blütenstandsachse). Je Blüte findet sich 1 grünes, rot geflecktes, lanzettliches Hochblatt mit häutigem Rand. Der Kelch ist länger als das Hochblatt, purpurrot, 1,5–2 cm lang, oben fein gezähnt und auf 1 Seite tief geteilt. Die Kronröhre ist gering länger als der Kelch, hat hell gelbe, lanzettliche, 1,5–2 cm lange Lappen. Die seitlichen Staminoden (umgebildete Staubblätter ohne Vermehrungs-, hier aber Schaufunktion) sind gestreckt und kronblattähnlich. Später bilden sich rote, rundliche, etwa 8 mm im Durchmesser große Kapselfrüchte, die schwarze Samen ohne Arillus (Samenmantel) enthalten.

Abb. 1 Blütenstand der Cautleya gracilis mit den sitzenden Einzelblüten und der zirckzackförmigen Rachis, Privatgarten, 20.07.2018 Abb. 2 Einzelblüte von Cautleya gracilis mit purpurrotem Kelch und hell-gelber Krone, Privatgarten, 20.07.2018

Abb. 3 Scheinstamm der Cautleya gracilis mit lanzettlichen Laubblättern, Privatgarten, 20.07.2018 Abb. 4 Grüner, rot gefleckter Scheinstamm der Cautleya gracilis mit kurz gestielten Laubblättern, Privatgarten, 20.07.2018


Der Gattungsname Cautleya (Royle ex Benth. & Hook. f.) Hook. f. wurde zu Ehren von Proby Thomas Cautley (1802–1871), einem englischen Naturwissenschaftler, etabliert. Das Epitheton gracilis basiert auf lat. "gracilis" (= schlank) und beschreibt wohl die schlanken Scheinstämme. Cautleya gracilis wurde ursprünglich als Roscoea gracilis etabliert, benannt nach dem Engländer William Roscoe (1753–1831), der in seiner Arbeit "Monandrian Plants of the Order Scitaminae" (1828) über die Familie der Ingwergewächse publizierte.

Von Cautleya gracilis gibt es nur wenige Freilanderfahrungen in Mitteleuropa. Die Pflanzen dürften nach ersten Erfahrungen robuster als die Sikkim-Cautleya, Cautleya spicata (Sm.) Baker, und ohne Winterschutz bis Z 8 winterhart sein. Sie sollten ab Z 7b oder kälter idealerweise eine Mullauflage im Winter erhalten, damit ein Anbau im Freiland langfristig erfolgreich ist. Der Boden ist immer leicht feucht und hat auch im Sommer eine Mullschicht. Standort ist unter Gehölzen, halbschattig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Cautleya gracilis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cautleya-gracilis.html am Tg.Mo.Jahr.

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