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Cautleya spicata (Sm.) Baker
  synonym: Roscoea spicata Sm.
Sikkim-Cautleya, Zingiberaceae - Ingwergewächse
Sommerblüher, VII–IX, 30–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Cautleya spicata stammt aus der Himalaya-Region in einen Areal von Nord-Indien bis China, wo die Pflanzen in der Krautschicht lichter Wälder oder als Aufsitzerpflanzen hoher Bäume in den mittleren Höhenstufen von 1.100–2.600 m über NN wachsen. Es sind sommergrüne Pflanzen, die sich langsam über das horizontal ausbreitende Rhizom vermehren. Meist zerfällt die Rhizombrücke zwischen den oberiridischen Sprossachsen, so dass im Laufe der Zeit Klonkolonien aus zahlreichen selbständigen Individuen ensttehen. Im Sommer bilden sich 30–60 cm hohe Pseudostämme aus den Blattscheiden. Meist werden nur wenige, 4–7 Laubblätter gebildet, die 12–30 cm lang, 1,6–4 cm breit, schmal-lanzettlich bis linear, grün und kahl sind. Meist haben die Laubblätter einen kurzen, 1,5–2 cm langen Stiel oder sind gelegentlich sitzend. Die Blüten stehen dicht in 7–12 cm langen Ähren, haben 2,5–3 m lange Hochblätter. Die Kelche sind 1,5–2,5 cm lang, an einer Seite gespalten mit 2-zähnigen Spitzen. Die Kronen sind gelb, 2–2,5 cm lang mit lanzettlichen Lappen. Die seitlichen Staminoden (umgebildete Staubblätter ohne Vermehrungs-, hier aber Schaufunktion) sind länglich-oval bis lanzettlich. Später bilden sich rote, rundliche, etwa 1 cm im Durchmesser große Kapselfrüchte, die schwarze, eiförmige Samen mit weißem Arillus (Samenmantel) enthalten.


Abb. 1 Blühende Pflanze der Cautleya spicata zusammen mit Frasers Lomatie, Lomatia fraseri R. Br, Privatgarten, 20.09.2004 Abb. 2 Blühende Pflanze der Cautleya spicata zusammen mit Frasers Lomatie, Lomatia fraseri R. Br, Privatgarten, 20.09.2004

Abb. 3 Ein linear-lanzettliches, kaum gestieltes Laubblatt der Cautleya spicata, Privatgarten, 31.07.2017 Abb. 4 Laubblätter und der aus den Blattscheiden gebildete Pseudostamm von Cautleya spicata, Privatgarten, 31.07.2017


Der Gattungsname Cautleya (Royle ex Benth. & Hook. f.) Hook. f. wurde zu Ehren von Proby Thomas Cautley (1802–1871), einem englischen Naturwissenschaftler, etabliert. Das Epitheton spicata leitet sich ab von lat. "spicatus" (= ährenförmig), nach dem Blütenstand, der eine Ähre darstellt. Cautleya spicata wurde ursprünglich als Roscoea spicata etabliert, benannt nach dem Engländer William Roscoe (1753–1831), der in seiner Arbeit "Monandrian Plants of the Order Scitaminae" (1828) über die Familie der Ingwergewächse publizierte.

Von Cautleya spicata gibt es hinreichend Freilanderfahrungen in Mitteleuropa. Die Pflanzen sind ohne Winterschutz bis Z 8 winterhart, sollten ab Z 7b oder kälter idealerweise eine Mullauflage im Winter erhalten, damit ein Anbau im Freiland langfristig erfolgreich ist. Ideal dürfte ein lockerer, auch kalkhaltiger Boden sein, am besten halbschattig unter Gehölzen oder zusammen mit Farnen und exotischem Blattschmuck wie Darmera peltata (Torr. ex Benth.) Voss oder Rodgersia aesculifolia Batalin.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Cautleya spicata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cautleya-spicata.html am Tg.Mo.Jahr.

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