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Cephalanthera longifolia (L.) Fritsch
Schwertblättriges Waldvöglein, Orchidaceae - Orchideengwächse
Ende Vollfrühlingsblüher, IV–VI, 20–50 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Schwertblättrige Waldvöglein ist im Alpenraum dem südlichen Baden-Württemberg verbreitet, sonst in den Mittelgebirgen selten bis zerstreut anzutreffen. Im Norden fehlt es fast ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch mit fraglichen natürlichen Vorkommen in Asien. Es besiedelt gerne wärmere, lichte Wälder oder Gebüsche und ist typisch für Kalk-Buchenwälder, wo es gelegentlich in größerer Zahl auftreten kann. Charakteristisch sind die schmal lanzettlichen Blätter und die reinweißen Blüten in einem endständigen, traubigen Blütenstand mit bis 20 Einzelblüten. Die ganze Pflanze ist kahl.

Abb. 1 Cephalanthera longifolia ist eine Orchidee der Buchenwälder auf Kalk, Blütenstand, Strunde-Tal, Bergisches Land, 24.05.2015, 157 m, 50° 59' xx N, 07° 09' xx O Abb. 2 Blütenstand der Cephalanthera longifolia im Vollfrühling, Strunde-Tal, Bergisches Land, 24.05.2015, 157 m, 50° 59' xx N, 07° 09' xx O

Abb. 3 Noch nicht ganz entwickelter Blütenstand der Cephalanthera longifolia in einem Gebüschsaum oberhalb von Bayrischzell, 16.05.2016, 841 m, 47° 40' xx N, 12° 00' xx O Abb. 4 Blüten von Cephalanthera longifolia, Strunde-Tal, Bergisches Land, 24.05.2015, 157 m, 50° 59' xx N, 07° 09' xx O

Abb. 5 Schmal lanzettliche Blätter und Blütenstand in der Anthese bei Cephalanthera longifolia in einem Gebüschsaum oberhalb von Bayrischzell, 16.05.2016, 841 m, 47° 40' xx N, 12° 00' xx O Abb. 6 Frucht der Cephalanthera longifolia im Herbst, Strunde-Tal, Bergisches Land, 14.10.2014, 157 m, 50° 59' xx N, 07° 09' xx O


Der Gattungsname Cephalanthera Rich. leitet sich ab von gr. "kephale" (= Kopf) und gr. "anthos" (= blühend), eine Beschreibung der Blütenmorphologie, da die Staubbeutel rundlich sind, ähnlich einem Kopf. Vergleiche die Gattung Platanthera Rich., deren fertile Staubbeutel flach und breit ausgebildet sind; gr. "platys" (= flach, breit). Das Epitheton longifolia stammt von lat. "longus" (= lang) und lat. "-folius" (= blättrig) und bezieht sich auf die Morphologie der Blätter.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Cephalanthera longifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cephalanthera-longifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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