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Platanthera chlorantha (Custer) Rchb.
Grünliche Kuckucksblume, Grünliche Waldhyazinthe, Orchidaceae, Orchideen
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 20–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig.

Die Grünliche Kuckucksblume ist in Mitteleuropa selten. Ihr Verbreitungsgebiet reicht allerdings auf der Nordhalbkugel bis nach Japan und man findet sie in unterschiedlichen, meist kalkhaltigen Biotopen, die von lichten Mischwäldern, über Halbtrockenrasen bis Feuchtwiesen oder sumpfigem Gelände reichen. Die Pflanzen bilden 2-5 basale, länglich eiförmige Blättern und einen ährigen, zylindrischen Blütenstand mit zahlreichen weißen, grünlich tingierten Blüten. Die Blüten tragen einen bis 4 cm langen, fast horizontalen, langen Sporn; zwei seitliche, rechtwinklig abstehende Sepale und eine breit linealische Lippe.

Der Blühzeitpunkt überlappt sich mit dem der ähnlichen Zweiblättrigen Kuckucksblume, Platanthera bifolia (L.) Rich., die nur geringfügig später aufblüht. Wegen der Gleichzeitigkeit gibt es häufig Hybriden, die oft Schwierigkeiten in der Identifizierung bieten. Die Staubbeutelfächer der Zweiblättrigen Kuckucksblume stehen eng parallel, während jene der Grünlichen Kuckucksblume weit auseinander stehen und die "Tiefe der Blüte öffnen".

Abb. 1 Wenigblütiger Blütenstand der Platanthera chlorantha an der alten Bahntrasse am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 400 m, 50° 19' 20 N, 06° 46' 22 O Abb. 2 Eher gelblicher Blütenstand der Platanthera chlorantha an der alten Bahntrasse am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 389 m, 50° 19' 20 N, 06° 46' 20 O Abb. 3 Weißer Blütenstand der Platanthera chlorantha an der alten Bahntrasse am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 397 m, 50° 19' 21 N, 06° 46' 21 O

Abb. 4 Blütenstand der Platanthera chlorantha am Sandberg bei Weyer, Eifel, 28.05.2014, 474 m, 50° 31' 30 N, 06° 39' 07 O Abb. 5 Blütenstand der Platanthera chlorantha an der alten Bahntrasse am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2014, 397 m, 50° 19' 21 N, 06° 46' 21 O

Der Gattungsname Platanthera Rich. leitet sich ab von gr. "platys" (= flach, breit) und gr. "antheros" (= blühend), ein Verweis auf die flachen, breit ausgebildeten, fertilen Staubbeutel; im Gegensatz zur Gattung Cephalanthera Rich. mit kopfartigen Antheren, gr. "kephale" (= Kopf). Das Epitheton chlorantha stammt von gr. "chloros" (= grüngelb) und gr. "anthos" (= Blüte) und beschreibt die Blütenfarbe.

Platanthera chlorantha sind für den Anbau naturnahen Garten oder dem Orchideen-Experten von Bedeutung. Wie bei allen Orchideen sollten nur Pflanzen aus gärtnerischer Vermehrung, keine Naturentnahmen im Garten kultiviert werden, besonders auch weil die P. chlorantha auf der Roten Liste steht. Ein frischer, feuchter, kalkhaltiger Boden, am besten halbschattig dürfte ideal sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2014: Platanthera chlorantha. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/platanthera-chlorantha.html am Tg.Mo.Jahr.

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