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Cistus laurifolius
L.
Lorbeerblättrige Zistrose, Cistaceae - Zistrosengewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 50–250 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Lorbeerblättrige Zistrose stammt aus dem Mittelmeerraum, wo sie zerstreut in Wäldern und in der Macchie wächst. Oft tritt sie nur eng lokal begrenzt auf. Sie ist ein immergrüner Strauch mit verholzendem, braun bis gelblich-rot glänzendem Stamm. Die Laubblätter duften intensiv nach Zistöl, sind bis 9 cm lang, kurz gestielt, kahl, eiförmig-lanzettlich, oberseits glänzend grün und unterseits matt grün, meist mit gewellten Blatträndern. Die Blütenkronen sind hellweiß, 5–6 cm breit, stehen zu 1–8 in lang gestielten, terminalen Büscheln. Die Pflanzen benötigen 2–3 Jahre bis zur ersten Blüte. Später bilden sich 5-fächrige Kapselfrüchte mit zahlreichen hellbraunen Samen, die meist nur auf offenen Böden, beispielsweise nach Brand oder Rodung keimen. Ältere Pflanzen verkahlen unten und bringen so die dekorative, zimtbraune bis rote oder grüngelbe Rinde zum Vorschein.


Abb. 1 Blüte des Cistus laurifolius im späten Frühling in einem Privatgarten, 25.05.2007 Abb. 2 Prächtig blühender Strauch des Cistus laurifolius im Sommer in einem Privatgarten, 03.06.2007

Abb. 3 Stamm mit abschilfernder Borke an einem älteren Eemplar des Cistus laurifolius, Privatgarten, 23.06.2007 Abb. 4 Spross mit den typischen, randständig gewellten Blättern und rötlichen frischen Zweigen bei Cistus laurifolius, Privatgarten, 26.08.2014

Abb. 5 Junger Sämling des Cistus laurifolius als Topfpflanze im ersten Jahr, 20–30 cm im 2,0L-Topf Abb. 6 Typisches Blatt von Cistus laurifolius, mit gewellten Rändern und der glänzenden Oberseite, Privatgarten, 26.08.2014

Abb. 7 Exemplar des Cistus laurifolius mit nicht gewelltem Rand und weißlich glänzender Blattoberseite, Botanischer Garten Basel, 08.04.2010 Abb. 8 Auch das kann selten mal passieren: Schneeschaden nach etwa 20 cm Nass-Schnee beim Cistus laurifolius mit abgebrochenen Zweigen, Privatgarten, 03.12.2005


Der Gattungsname Cistus L. stammt von gr. "kisthos" (= Zistrose) und ist ein schon in der Antike gebräuchlicher Eigenname unbekannter Herkunft. Das Epitheton laurifolius kommt von lat. "laurus" (= Lorbeerbaum) und lat. "-folius" (= -blättrig), lorbeerblättrig in Bezug auf die Morphologie der Blätter.

Für den Anbau im mitteleuropäischen Garten ist die Lorbeerblättrige Zistrose "die" Zistrose schlechthin. Bei richtiger Wahl der Herkunft ist sie winterhart in weiten Teilen unserer gemäßigten Breiten und kann auch in etwas kälteren Gärten erfolgreich im Garten angebaut werden. Hierfür sind lockere Böden, ruhig etwas kalkhaltig, Standorte in voller Sonne und auch in leicht windgängiger Lage zu empfehlen. Nach der Blüte sollten die Pflanzen leicht zurückgeschnitten werden, jedoch nicht ins alte Holz, sondern in die noch grünen, belaubten Triebe. Scharfer Rückschnitt führt meist zum Absterben der Pflanzen. Winterschutz ist eventuell ab Zone 7a empfehlenswert und sollte sich auf lockere Reisigabdeckung beschränken, kein Mulch. Siehe auch Cistus.

Auch gut gepflegte Pflanzen haben leider meist nur eine begrenzte Lebensdauer von 15–20 Jahren, gelegentlich mehr. Da die Lorbeerblättrige Zistrose in Mitteleuropa keimfähige Saat bildet, sollten einige Fruchtstände trotz Schnittes erhalten bleiben. Diese verteilen ihre Saat nach der Reife durch Aufspringen der Kapselfrüchte und können nach dem Absterben der Mutterpflanzen am Ort spontan keimen. Dies sogar zuverlässig, auch nach Jahren. Lebende Pflanzen unterdrücken die Keimung von Nachkommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Cistus laurifolius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cistus-laurifolius.html am Tg.Mo.Jahr.

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