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Cistus populifolius
L.
Pappelblättrige Zistrose, Cistaceae - Zistrosengewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 50–250 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Pappelblättrige Zistrose ist die am weitesten nach Norden vordringende Vertreterin der Art. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und findet sich noch in den Cévennes am Col de Saint-Pierre bis auf 601 m Höhe, einem nicht mehr mediterranen Standort. Es sind immergrüne Sträucher der Macchie bis 2 m Höhe, mit verholzendem, bräunlich-rotem Stamm und mit bis zu 9 cm langen, festen, oval bis herzförmigen Blättern, die unterseitig eine netzartige Nervatur aufweisen. Die Blütenkronen sind hellweiß, bis 5 cm, stehen zu 2–6 in gestielten, traubenartigen Büscheln. Die Kapselfrüchte enthalten zahlreiche kleine, bräunliche Samen, die meist nur auf offenen Böden, beispielsweise nach Brand oder Rodung keimen. Die Pflanzen benötigen 3–4 Jahre bis zur ersten Blüte.



Abb. 1 Blüten des Cistus populifolius im Sommer in einem Privatgarten, 05.07.2003 Abb. 2 Reinweiße Krünblätter des Cistus populifolius in einem Privatgarten, 04.07.2003

Abb. 3 Blüte des Cistus populifolius, Privatgarten, 04.07.2003 Abb. 4 Junge Topfpflanze von Cistus populifolius im zweiten Jahr, 20–30 cm im 0,5L-Topf

Abb. 5 Winterschäden an einem Cistus populifolius im Botanischen Garten Freiburg (nach –20 °C am 20.12.2009 am Flughafen Freiburg), 04.04.2010 Abb. 6 Laubblatt von Cistus populifolius, Privatgarten, 26.08.2014


Der Gattungsname Cistus L. stammt von gr. "kisthos" (= Zistrose) und ist ein schon in der Antike gebräuchlicher Eigenname unbekannter Herkunft. Das Epitheton populifolius kommt von lat. "populus" (= Pappel) und lat. "-folius" (= -blättrig), pappelblättrig in Bezug auf die Morphologie der Blätter.

Zwar ist Cistus populifolius nicht die winterhärteste Zistrose, aber zur ihr gehört der Ökotyp des nördlichsten Standorts aller Zistrosen und wohl der kälteste Westeuropas vom Col de Saint-Pierre. Herkünfte von diesem Standort dürften winterhart in den mildesten Regionen sein, gewiss aber nicht in kalten Zonen. Zur Kultur im Garten sind lockere Böden, ruhig etwas kalkhaltig, Standorte in voller Sonne und auch in windgängiger Lage zu empfehlen. Nach der Blüte sollten die Pflanzen leicht zurückgeschnitten werden, jedoch nicht bis ins alte Holz, sondern in die noch grünlichen, belaubten Triebe. Scharfer Rückschnitt kann zum Ausfall der Pflanzen führen. Winterschutz ist in kalten Wintern oder außerhalb milder Standorte empfehlenswert und sollte sich auf alleinige, lockere Reisigabdeckung beschränken, kein Mulch. Siehe auch Cistus.

Auch gut gepflegte Pflanzen haben leider meist nur eine begrenzte Lebensdauer von 15–20 Jahren, gelegentlich mehr. Da die Pappelblättrige Zistrose in Mitteleuropa keimfähige Saat bildet, sollten einige Blüten- und späteren Fruchtstände trotz Schnittes erhalten bleiben. Diese verteilen ihre Saat nach der Reife durch Aufspringen der Kapselfrüchte und können nach dem Absterben der Mutterpflanzen am Ort spontan und ohne weiteres Zutun keimen. Dies sogar zuverlässig, auch nach Jahren. Lebende Pflanzen unterdrücken die Keimung von Nachkommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Cistus populifolius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cistus-populifolius.html am Tg.Mo.Jahr.

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