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Coniogramme intermedia Hieron.
  synonym: Cheilanthes veitchii (Christ) Ching
Mittlerer Bambusfarn, Pteridaceae - Saumfarngewächse
60–120 cm hoch, (sommer-)immergrün, mehrjährig

Der Mittlere Bambusfarn stammt aus Zentral- und Ostasien (Bhutan, China, Indien, Japan, Korea, Nepal, Pakistan, Russland und Vietnam), wo die Pflanzen in kollinen bis submontanen Standorten in Wäldern, auf Wiesen oder entlang von Gewässern in Höhen von 300–2.800 über NN wachsen. Die Pflanzen bilden kriechende, später aufsteigende, kurze Rhizome, aus denen einzelne Wedel entspringen. Die Wedel haben 24–60 cm lange, 2–3 mm breite, strohgelbe Stiele, gelegentlich mit braunen Flecken. Die Wedelspreite ist im Umriss länglich oval bis 3-eckig-oval, bis 60 cm lang, 15–25 cm breit, 2-fach gefiedert, dunkelgrün und beiderseits kahl oder nur unterseits behaart. Es gibt 3–9 Paare 3-eckiger bis länglich-ovaler, 18–28 cm langer, 8–17 cm breiter, gestielter Fiederblätter. Das zweite Paar der Fiederblätter ist oft 3-teilig. Es gibt 1–3 Paare lanzettlicher, 6–12 cm langer, 1,4–2 cm breiter, kurz gestielter Fiederblättchen, das terminale Fiederblättchen ist wesentlich größer als die lateralen und oft vielgestaltig oder 2-fach gefiedert. Die Nervatur ist 1- oder 2-bogig. An der Basis der Zähnchen finden sich Wasserporen (Hydathoden), die aus umgebildeten Pflanzenorganen bestehen und bei Bedarf Wasser abgeben können. Die Sori sind fein, linienförmig und reichen bis zum Blattrand.


Abb. 1 Zwei unterschiedliche Wedel der selben Pflanze einer Coniogramme intermedia 'Yoroi Musha' in einem Privatgarten in Gangelt, 21.09.2019 Abb. 2 Frisch austreibender, hell grüner Wedel einer Coniogramme intermedia 'Yoroi Musha' in einem Privatgarten, 25.09.2019

Abb. 3 Tropisch anmutender Wedel von Coniogramme intermedia 'Yoroi Musha' in einem Privatgarten in Gangelt, 21.09.2019 Abb. 4 Bizarrer Wedel einer Coniogramme intermedia 'Yoroi Musha' in einem Privatgarten, 25.09.2019


Der Gattungsname Coniogramme Fée leitet sich ab von gr. "konios" (= staubig) und gr. "gramme" (= Strich, Linie), nach den linienförmigen, staubartigen Sori. Das Epitheton intermedia stammt von lat. "inter" (= zwischen) und lat. "medius" (= der mittlere), für Arten, die taxonomisch zwischen zwei ähnlichen einzuordnen sind, hier vielleicht C. japonica  (Thunb.) Diels und C. affinis (C. Presl.) Hieron.?

Coniogramme intermedia ist ein dekorativer Exot für den schattigen Exotengarten. Auch ein halbschattiger Platz ist möglich, sofern er keine Mittagssonne erhält. Der Boden sollte leicht feucht, locker, humos, auch mullreich sein. Ob die Pflanzen ausreichend winterhart in Mitteleuropa sind, muss noch getestet werden, anhand des Verbreitungsgebietes ist Wahrscheinlichkeit jedoch sehr hoch. Dennoch ist winterliches Abdecken ratsam.

Besonders dekorativ ist die japanische Sorte 'Yoroi Musha', die sich durch bizarre Wedel auszeichnet. Fast kein Wedel sieht aus wie der nächste. Es gibt tief gebuchtete, variant gefiederte und Fierderblätter mit langen Zähnen. Sehr edel und dekorativ.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Coniogramme intermedia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/coniogramme-intermedia.html am Tg.Mo.Jahr.

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