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Cotoneaster nummularius Fisch. & C. A. Mey.
Rundblättrige Zwergmispel, Rosaceae - Rosengewächse
Sommerblüher, V–VII, 50–120 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Rundblättrige Zwergmispel stammt aus einem Gebiet von Kreta und Zypern bis in den asiatischen Raum. Sie ist sommergrün, wächst meist niedrig, strauchig bis 120 cm Höhe, besitzt rundliche Blätter, weiße Blüten mit behaarten Kelchblättern und später rote, glatte Früchte.

Die Abgrenzung des Cotoneaster nummularius von den anderen Arten der Gattung ist teilweise sehr schwierig, besonders in Kulturbeständen oder bei Hybriden. Generell ist Cotoneaster Medik. eine schwierige Gattung, da neben der Hybridisierung und unzureichenden Ausprägung von Merkmalen innerhalb von Sippen auch einzelne Pflanzen mit abweichenden Chromosonensätzen auftreten - zumeist sind tetraploide Individuen anzutreffen, aber di-, tri- oder hexaploide Pflanzen in einer Sippe sind keine Seltenheit. Eine ergiebige Revision des Genus steht noch aus.


Abb. 1 Behaarte Kelchblätter und rundliche Laubblätter des Cotoneaster nummularius, 06.06.2013, Privatgarten Abb. 2 Verzweigung des Cotoneaster nummularius, leichte behaarte, bräunliche Zweige, 06.06.2013, Privatgarten


Hilfreich zur Identifizierung ist oft der Fundort, da schon entsprechend der Verbreitung gewisse Arten auszuschließen sind. Cotoneaster niger (Wahlb.) Fr. hat schwarze Früchte, Cotoneaster integerrimus Medik. unbehaarte Kelchblätter, Cotoneaster nebrodensis K. Koch behaarte Früchte - alles Arten des Balkans und Griechenlands, während C. nummularius rote Früchte, behaarte Kelchblätter und glatte Früchte hat, sowie in Kreta und Zypern vorkommt.

Der Gattungsname der Zwergmispeln, Cotoneaster Medik., leitet sich vom schon in der Antike genutzten lat. "cotoneum malum" (= Quitte) ab, welches sich ursprünglich auf mehrere, heute gültige Gattungen wie Cydonia Mill., Mespilus L. und Sorbus L. bezog. Das Suffix -aster ist deskriptiv reduzierend, da es eine negative Konnotation hat, hier als minderwertige Quitte gemeint. Das Epitheton nummularius stammt von lat. "nummulus" (= kleines Geldstück) und bezieht sich auf die rundlichen Blätter der Art.

Cotoneaster nummularius ist ausreichend hart in Mitteleuropa, selbst Herkünfte aus niedrigen Gebirgsregionen des Mittelmeers. Es sind zierliche, dekorative Pflanzen, die einen dezenten Blütenflor haben und durch die roten Früchte im Spätsommer bis Herbst gekennzeichnet sind. Ein sonniger bis halbschattiger Standort in gut drainiertem Boden ist ratsam, ansonsten sind die Ansprüche gering.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. – Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Cotoneaster nummularius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cotoneaster-nummularius.html am Tg.Mo.Jahr.

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