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Cuscuta europaea L.
Europäische Seide, Hopfen-Seide, Convolvulaceae - Windengewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 30–150 cm lang, sommergrün, einjährig

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Europäischen Seide reicht von Europa bis nach Asien, wo sie in submeridionalen bis gemäßigten Klimazonen wächst. In Australien und Nordamerika ist sie eingebürgert und dringt bis in boreale Zonen vor. In Mitteleuropa ist sie in allen Bundesländern verbreitet, wird im höheren Bergland selten und besiedelt feuchte Standorte in den Stromtälern, Uferstaudenfluren und Strauchgesellschaften. Als Vollschmarotzer findet man sie bevorzugt auf Alnus Mill., Humulus L., Salix L., Urtica L. und anderen. Die Pflanzen bilden fast kein Chlorophyll und weisen daher keine assimilierenden Blätter mehr auf. Lediglich Tragblätter unter den Blütenständen sind zu finden. Mit dem windenden Stängel klettern sie an anderen Pflanzen hoch und bilden dabei Saugfortsätze, mit denen sie an den Pflanzensaft der Wirtspflanzen gelangen. Wurzeln werden keine gebildet. Die Stängel sind linksdrehend, fadenförmig, grünlich, gelblich, rötlich, später rot überlaufen. Die Blütenstände sind dicht, kopfig und bis 1,5 cm im Durchmesser. Die Einzelblüten sind 3–5-zählig, meist jedoch 4-zählig, weiß, gelblich oder rötlich. Es finden sich 2–4 Griffel und 1 fadenförmige Narbe. Die Kronzipfel sind fast so lang wie die Kronröhre und eiförmig. Später bildet sich eine rundliche bis länglich eiförmige Kapselfrucht, die 4 bohnenförmige Samen enthält.

Abb. 1 Kopfiger Blütenstand von Cuscuta europaea auf einer Urtica dioica L. in den Rheinauen der Urdenbacher Kämpe, 06.11.2016, Düsseldorf, 36 m, 51° 08' 29 N, 06° 52' 30 O Abb. 2 Die Blüten von Cuscuta europaea sind 4–5-zählig, in den Rheinauen der Urdenbacher Kämpe, 06.11.2016, Düsseldorf, 36 m, 51° 08' 30 N, 06° 52' 31 O

Abb. 3 Bohnenförmige Samen von Cuscuta europaea, in den Rheinauen der Urdenbacher Kämpe, 06.11.2016, Düsseldorf, 36 m, 51° 08' 30 N, 06° 52' 31 O Abb. 4 Die Blütenstände von Cuscuta europaea sind dicht und erinnern entfernt an den Gewöhnlichen Hopfen, Humulus lupulus L., Rheinauen der Urdenbacher Kämpe, 06.11.2016, Düsseldorf, 36 m, 51° 08' 30 N, 06° 52' 31 O


Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Cuscuta L., welches über gr. "kadytas" (= eine Schmarotzerpflanze) aus einer Altsprache entlehnt ist. Das Epitheton europaea beschreibt das Verbreitungsgebiet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Cuscuta europaea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cuscuta-europaea.html am Tg.Mo.Jahr.

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