Startseite

Danae racemosa (L.) Moench
Alexandrinischer Lorbeer, Traubendorn, Asparagaceae - Spargelgewächse
Vollfrühlingblüher, V–VI, 40–120 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Alexandrinische Lorbeer stammt aus Kleinasien bis in den Iran, wo die Pflanzen im Unterwuchs von Eichenwäldern oder auf felsigem Gelände bis in 1.000 m Höhe wachsen. Es sind immergrüne Halbsträucher bis 120 cm Höhe, die meist überhängend oder bogenförmig wachsen, an Klippen auch hängend. Das Rhizom ist kurz, verzweigt sich in kurzen Abständen und bildet dichte Kolonien. Die Laubsprosse werden schon unter der Erde gebildet und schießen im Frühjahr, ähnlich anderen Asparagaceae, in die Höhe, um dann auszuhärten und ihre überdauernde Gestalt anzunehmen, eine kuriose Eigenschaft. Die Blüten erscheinen im Vollfrühling und sind, anders als beim Mäusedorn, Ruscus aculeatus L., nicht auf den Kladophyllen angeordnet, sondern stehen als Traube (Racemus). Sie sind zweigeschlechtig, creme-farben und zu 5–16 angeordnet. Später bilden sich orange-rote Beerenfrüchte bis 0,6 cm im Durchmesser, die jeweils 1–2 Samen enthalten.


Abb. 1 Orange-rote Beerenfrucht einer Danae racemosa im Herbst, Privatgarten, 17.10.2011 Abb. 2 Verzweigter Laubspross der Danae racemosa im Botanischen Garten Freiburg, 04.04.2010

Abb. 3 Laubspross der Danae racemosa, Botanischer Garten Freiburg, 04.04.2010 Abb. 4 Immergrüner Halbstrauch der Danae racemosa im Botanischen Garten Freiburg, 04.04.2010

Abb. 5 Verzweigender, frischer Laubsspross der Danae racemosa im Botanischen Garten Freiburg, 04.04.2010 Abb. 6 Der frische Spross einer Danae racemosa in einem Privatgarten im zeitigen Frühjahr, 11.03.2007


Der Gattungsname Danae Medik. wurde zu Ehren der mythologischen Danae etabliert, der schönen Tochter von König Acrisius aus Argos. Danae galt je nach Zeitalter als Symbol der Schönheit oder Keuschheit und wurde wohl in diesem Sinne auf die Danae racemosa übertragen, deren Habitus grazil und edel ist. Das Art-Epitheton racemosa bezieht sich auf den rispigen Blütenstand, lat. "racemosus" (= Trauben-); ein Wortstamm der noch im frz. "raisin" (= Rosine) existiert und ebenso im deutschen Wort "Rosine".

Danae racemosa sind zwar sehr robust und ausgesprochen schattenverträglich, werden aber nur selten im mitteleuropäischen Garten angebaut. Ursache dürfte das langsame Wachstum der Pflanzen sein. Aus Samen benötigen die Pflanzen viele Jahre bis zur ersten Blüte, das Abstechen ist ebenfalls mühsam und zeitaufwändig. Dabei ist der Alexandrinische Lorbeer während der italienischen Renaissance ein beliebter, architektonisch auffälliger Exot gewesen. Im Garten benötigen die Pflanzen einen etwas feuchten, nicht zu trockenen Boden, der sowohl leicht alkalisch als auch sauer sein kann. Es sind hervorragende Schattenpflanzen, deren anmutige Architektur mit den glänzenden, immergrünen Blättern ein Muss im Exotengarten ist. Dabei müssen sie nicht zwingend schattig stehen, sondern vertragen auch halbsonnigen Stand.


Abb. 7 Der traubige Blütenstand der Danae racemosa im Sommer ist eher unscheinbar, Privatgarten, 25.06.2015 Abb. 8 Unscheinbare, fast kugelförmige, grüne Blüten der Danae racemosa, Privatgarten, 25.06.2015

Abb. 9 Mehrjährige, ältere Topfpflanze der Danae racemosa 50–60 cm im 5L-Topf Abb. 10 Fruchtstand der Danae racemosa im Winter mit schon leicht vertrockneten Früchten, Privatgarten, 24.12.2015

Abb. 11 Im Winter zieren rote Beeren die Danae racemosa, Privatgarten, 24.12.2015


Eigentlich sollte Danae racemosa in keinem Exotengarten fehlen, da er den Garten in einer Jahreszeit bereichert, wenn fast noch gar nichts blüht. Die Beeren zieren zudem im Winter die Pflanzen. Schattige und halbschattige Plätze sind ideal, am besten auf mullreichen, immer leicht feuchten Böden. Kalk wird genauso vertragen wie leicht saure Bedingungen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Danae racemosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/danae-racemosa.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de