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Daphne sericea Vahl
  Synonym: Daphne vahlii Keissl, Daphne collina Sm.
Seiden-Daphne, Berg-Seidenbast, Thymelaeaceae - Seidelbastgewächse
Spätwinterblüher, (X–)II–V, 30–70 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Daphne sericea stammt aus dem nordöstlichen Mittelmeerraum (Griechenland, Kreta, Italien und Sizilien), wo die Pflanzen in kalkhaltigen, sonnigen Felsfluren, Macchien oder lichten Hartlaubwäldern vom 100–1.500 m Höhe zu finden sind. Die Pflanzen sind aufrecht oder niederliegend, verholzend, immergrün mit glänzend grünen, 2–6 cm langen und oval bis länglich-ovalen Blättern. Oberseits sind die Laubblätter fast haarlos, unterseits mit anliegenden Haaren. Die Blüten stehen in terminalen Büscheln zu 5–15, sind weiß bis rosa-violett, meist behaart, bis 8 mm lang und duften stark. Später bilden sich rote oder hellbraune Früchte.


Abb. 1 Weiß und rosa-farbene Blüten der Daphne sericea auf einer Natursteinmauer des Fort Royal auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 72 m, 42° 37' 47 N, 18° 00' 15 O Abb. 2 Blüten der Daphne sericea, Fort Royal auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 72 m, 42° 37' 47 N, 18° 00' 15 O

Abb. 3 Kriechender Habitus von Daphne sericea an trockener und vollsonniger Stelle auf einer Natursteinmauer des Fort Royal auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 72 m, 42° 37' 47 N, 18° 00' 15 O Abb. 4 Daphne sericea auf einer Natursteinmauer, wie Abb. 3 Fort Royal auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 72 m, 42° 37' 47 N, 18° 00' 15 O

Abb. 5 Blüten der Daphne sericea, Fort Royal auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 72 m, 42° 37' 47 N, 18° 00' 15 O Abb. 6 Kissenförmiger Wuchs der Daphne sericea an vollsonniger Stelle auf der Mauerkrone des Fort Royal auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 72 m, 42° 37' 47 N, 18° 00' 15 O


Die Ableitung des Gattungsnamens Daphne geht auf die Ähnlichkeit von Daphne laureola L., dem Lorbeer-Seidelbast, mit dem Lorbeerbaum (Laurus nobilis L.) zurück: lat. "daphne" (= "laurus", Lorbeerbaum). Sowohl die gelbgrünen Blüten, das immergrüne Blatt, als auch die schwarzen Früchte sind bei beiden Arten sehr ähnlich. Aus der vorlinnéschen Zeit stammt die von J. Bauhin (1650, Historia plantarum universalis I, 5:556) genutzte Bezeichung: "Laureola folio deciduo, sive Mezereum Germanicum", die schon die Ähnlichkeit beider Arten andeutet. Linné etablierte später den Gattungsnamen Daphne. Das Epitheton sericea stammt von lat. "sericeus" (= seiden, aus Seide) und beschreibt die seidenähnliche Behaarung auf der Unterseite der Laubblätter.

Der Berg-Seidelbast ist ein herbst- oder frühlingblühender, duftender Seidelbast für den Exotengarten. Er ist in Mitteleuropa bis Z 7b winterhart und eignet sich für den Steingarten oder das Alpinum. Im mitteleuropäischen Klima werden die Pflanzen meist größer als am Naturstandort. Ideal ist ein kalkhaltiger, sonniger Platz.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. – Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Daphne sericea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/daphne-sericea.html am Tg.Mo.Jahr.

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