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Disporum bodinieri (H. Lév. & Vaniot) F. T. Wang & Tang
  synonym: Disporum brachystemon F. T. Wang & Tang
                 Disporum pullum var. ovalifolium H. Lév.
                 Tovaria bodinieri H. Lév. & Vaniot
Weiße Feenglocke, Weißer Waldmandarin, Colchicaceae - Zeitlosengewächse
                                                           auch: Liliaceae - Lilengewächse
Vollfrühlingblüher, V–VI, 30–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Weiße Feenglocke stammt aus China, wo die Pflanzen in der Krautschicht lichter Wälder, in Strauchgesellschaften und Felshabitaten in Höhen von 1.200–3.00 m über NN wachsen. Es sind sommergrüne Pflanzen, die ein kurzes, kriechendes, eher dickes Rhizom mit kurzen Ausläufern bilden. Die Ausläufer können nach dem Abtrennen eigenständige Pflanzen bilden (Stolonen). Die Stängel sind oben verzweigt und 30–100 cm lang. Die Laubblätter haben einen 5–10 mm langen Blattstiel, sind breit elliptisch bis lanzettlich oval, 5–15 cm lang, 2–6 cm breit, kahl und am Rand oft rauh. Die Blütenstände sind terminal, schirmförmig, 2–6-blütig, mit zylindrisch-glockenförmigen, bis 1,2 cm langen, weißen, gelblich grünen oder selten purpurfarbenen Blüten. Später bilden sich dunkel blaue, fast kugelige, 0,5–1 cm lange Beerenfrüchte, die jeweils 3–6 Samen enthalten.

Abb. 1 Laubblätter und Sprossachsen des Disporum bodinieri, Privatgarten, 10.05.2018


Der Gattungsname Disporum D. Don. stammt von gr. "di-" (= zwei-) und gr. "spora" (= Samen), nach den meist 2-samigen Früchten. Das Epitheton bodinieri wurde zu Ehren des französischen Missionars und Botanikers Emile Marie Bodinier (1842–1901) etabliert, der Pflanzen in China und Hongkong sammelte.

Die Weiße Feenglocke ist ein Schattenexot für die Gehölzpflanzung oder den Japanischen Garten an humoser und leicht feuchter Stelle. Ideal ist ein mullreicher, neutraler Boden in lichtem Schatten oder auch Halbschatten. Hübsch sind Gruppenpflanzungen in der Krautschicht oder Kombinationen mit Farnen oder Podophyllum. Die Pflanzen breiten sich langsam aus, ohne invasiv zu werden. Besonders im Frühjahr beim Austrieb ist auf Schnecken zu achten. Die Art ist bis Z 7b winterhart.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Disporum bodinieri. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/disporum-bodinieri.html am Tg.Mo.Jahr.

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