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Echium gaditanum Boiss.
Gaditaner-Natternkopf, Boraginaceae - Raublattgewächse
Sommerblüher, V–IX, 20–100 cm hoch, immergrün, ein- oder mehrjährig

Der Gaditaner-Natternkopf stammt aus dem Süden der Iberischen Halbinsel und besiedelt überwiegend sandige Standorte, besonders nahe der Küste, kommt aber auch auf gestörten Flächen im Binnenland vor. Der Natternkopf bildet basale Rosetten aus lanzettlichen, grau-grünen Blättern mit deutlich erkennbaren, prominenten Borsten, die eine geschwollene Basis aufweisen. Die Blütenstände erscheinen im Sommer bis Herbst, sind meist aufrecht oder leicht geneigt und tragen gut sichtbare, kräftig blau-rote Blüten mit 3–4 Staubblättern, die aus der Krone herausragen. Der Kelch schwillt nur gering bei der Fruchtbildung an.




Abb. 1 Blüte des Echium gaditanum, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 31.10.2010, 0 m, 37° 10' 57 N, 07° 24' 15 W Abb. 2 Bestand des Echium gaditanum am Strand bei Mazagon, Südwestspanien, 16.10.2010, 0 m, 37° 07' 43 N, 06° 49' 21 W

Abb. 3 Blühendes Exemplar von Echium gaditanum, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 11.10.2010, 0 m, 37° 10' 47 N, 07° 23' 57 W Abb. 4 Blüten des Echium gaditanum wie Abb. 3, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 11.10.2010, 0 m, 37° 10' 45 N, 07° 23' 42 W


Die Abgrenzung des Echium gaditanum von den anderen Arten der Gattung ist oft sehr schwierig und nur unter Zusammenschau mehrerer Merkmale möglich. Oft hilft der Standort der Pflanzen, besonders beim E. gaditanum, das zumeist die einzige Natternkopf-Art in seinem Biotop ist.

Der Gattungsname Echium L. leitet sich von gr. "echieion" (= Otter, Viper) ab und geht auf die Ähnlichkeit der zweilippigen Blüte mit einem Schlangenkopf zurück. Das Epitheton gaditanum stammt von gr. "Gadeira" (= südspanische Stadt Cadiz) und bezieht sich auf das Verbreitungsgebiet der Art. Im Lateinischen heißt die Stadt "Gades", die Bewohner werden im Spanischen "Gaditanos" genannt, im Deutschen "Gaditaner".

Abb. 5 Blattrosetten des Echium gaditanum, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 11.10.2010, 3 m, 37° 10' 35 N, 07° 22' 22 W Abb. 6 Blühendes Echium gaditanum, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 11.10.2010, 0 m, 37° 10' 45 N, 07° 23' 32 W

Abb. 7 Blattrosetten eines Echium gaditanum, Ilha Tavira, Portugal, 16.10.2010, 0 m, 37° 06' 23 N, 07° 37' 51 W


Echium gaditanum sind sicherlich dekorative Pflanzen, die durch die Blütenfarbe und den immergrüner Habitus bestechen. Inwiefern die Winterhärte für Mitteleuropa reicht, ist unklar und dürfte eher kritisch sein. Hier könnten alternativ einheimische oder osteuropäische Arten ausgepflanzt werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Guardia, G. G. 1988: Flores Silvestres de Andalucia. – Editorial Rueda, Alcorcon (Madrid), 404 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Echium gaditanum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/echium-gaditanum.html am Tg.Mo.Jahr.

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