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Filipendula ulmaria (L.) Maxim.
Echtes Mädesüß, Rosaceae - Rosengewächse
Frühsommerblüher, VI–VIII, 50–150 cm hoch, mehrjährig

Das Echte Mädesüß ist in Mitteleuropa gemein und tritt an nassen bis feuchten Wiesen, gewässernahen Standorten, Auenwäldern, entlang von Gräben, Bächen oder kleinen Flüssen auf. Dort bildet Filipendula ulmaria die Charakterart der Mädesüß-Uferfluren (Filipendulion). Typisch für F. ulmaria sind die rötlichen Stängel und das gefiederte, kräftig dunkelgrüne Blatt. Zwischen den 2 bis 5 großen Fiedern finden sich mehrere, unregelmäßige, kleinere Fiedern. Die doldenartigen Blütenstände sind weiß und tragen kleine Einzelblüten mit je 5 Kron- und Kelchblättern wie es typisch für Rosengewächse ist.


Abb. 1 Blütenstände von Filipendula ulmaria  auf einer Feuchtwiese, Langeoog, 1 m, 53° 45' 03 N, 07° 34' 44 O Abb. 2 Bestand von Filipendula ulmaria an einem feuchten Graben auf Langeoog wie Abb. 1, 1 m, 53° 45' 03 N, 07° 34' 44 O

Abb. 3 Filipendula ulmaria in der Mädesüß-Uferflur eines Baches, Wuppertal-Erbschlö, 278 m, 51° 14' 22 N, 07° 13' 20 O Abb. 4 Gefiedertes Laubblatt von Filipendula ulmaria, Wuppertal, Marscheider Bach 235 m, 51° 14' 21 N, 07° 14' 41 O

Abb. 5 Blütenstand von Filipendula ulmaria, Wuppertal, Marscheider Bach, wie Abb. 4, 235 m, 51° 14' 21 N, 07° 14' 41 O Abb. 6 Rhizomstück von Filipendula ulmaria mit seitlichen Sprossen, über die sich die Pflanzen langsam ausbreiten. Bachflur, Ennepetal, 215 m, 51° 17' 49 N, 07° 20' 11 O


Ihren deutschen Namen hat das Echte Mädesüß durch die süßlich, nach Bittermandel riechenden Blüten, die zum Aromatisieren von Getränken (Met) genutzt wurden. Auch der süßliche Geruch beim Mähen (der Mahd) könnte eine Erklärung sein. Wie für den populären Namen gibt es auch für die lateinische Bezeichnung unterschiedliche etymologische Erklärungen. Der Gattungsname Filipendula Mill. setzt sich zusammen aus lat. "filum" (= Faden) und lat. "pendulus" (= hängend) und verweist wahrscheinlich auf den mehrköpfigen Wurzelstock, an dem faserige Seitenwurzeln hängen. Das Epitheton ulmaria bezieht sich möglicherweise auf die (entfernte) Ähnlichkeit der Blätter mir denen der Ulme. Eine weitere Erklärung könnten die auch in der Ulmus rubra Muhl. vorkommenden Salizylsäuren sein, die heute wie früher aus beiden Arten gewonnen werden. Filipendula ulmaria ist die Namensgeberin des Aspirin, benannt nach der alten, nicht mehr gültigen Bezeichnung Spiraea ulmaria L.

Für den Garten bietet Filipendula ulmaria durchaus eine Bereicherung, auch wenn diese einheimische Art nur selten angeboten wird. Feuchte Stellen, auch gerne neben einem Teich, wären eine denkbare Möglichkeit. Kombinationen mit exotischen Stauden wirken wegen der filigranen Blüte und dem Kontrast von roten Stängeln und grünem Blatt keinesfalls altbacken.

Referenzen
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Filipendula ulmaria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/filipendula-ulmaria.html am Tg.Mo.Jahr.

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