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Frangula alnus Mill.
Faulbaum, Rhamnaceae - Kreuzdorngewächse
Frühsommerblüher, V–IX, 2–4(–7) m hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Faulbaum ist in Mitteleuropa relativ häufig. Er wächst als Strauch oder kleiner Baum, der gerne Hartholz-Auenwälder, bodensaure Eichenmischwälder, Nadelwälder, Schlehengebüsche oder Feuchtheiden besiedelt. Meist sind die Pflanzen mehrstämmig und erreichen Höhen von zwei bis vier Metern, selten mehr. Die Äste sind unbewehrt, obwohl Frangula alnus zu den Kreuzdorngewächsen gezählt wird. An größeren und älteren Bäumen bildet sich eine schwachrissige Borke. Die Blätter sind rundlich, erinnern an jene der Schwarz-Erlen (Alnus glutinosa (L.) Gaertn., Epitheton) und haben einen Mittelnerv mit 5–7 Paar Seitennerven. Im Laufe des Sommers erscheinen immer wieder neue unscheinbare Blüten. Sie sind fünfzählig und stehen zu 1–4(–15) je Blattachsel. So bilden sich sukzessive immer wieder neue Früchte, die anfangs grün, später rot und im reifen Zustand schwarz sind. Oft finden sich gleichzeitig alle Reifegrade und Blüten gemeinsam an einem Strauch.


Abb. 1 Faulbaum-Schild am Waldlehrpflad im Eller-Forst, Düsseldorf, 51 m, 51° 12' 17 N, 06° 52' 8 O Abb. 2 Frangula alnus im Botanischen Garten Münster, 67 m, 51° 57' 49 N, 07° 36' 42 O

Abb. 3 Früchte, Blüten und Blätter von Frangula alnus im Gegenlicht, Wuppertal, Marscheider Wald, 270 m, 51° 14' 29 N, 07° 15' 22 O Abb. 4 Noch unreife, rote Früchte von Frangula alnus, Wuppertal, Marscheider Wald, 230 m, 51° 15' 06 N, 07° 16' 01 O

Abb. 5 Borke an jungem Zweig von Frangula alnus, Wuppertal, Marscheider Wald, wie Abb. 4, 230 m, 51° 15' 06 N, 07° 16' 01 O Abb. 6 Borke von Frangula alnus an einem älteren Exemplar am Schrolicksee, Nettetal, 45 m, 51° 21' 37 N, 06° 14' 49 O


Die Abgrenzung des Frangula alnus von anderen Sträuchern ist beim Vorhandensein von Blüten oder Früchten einfach. Ähnlich ist der Purgier Kreuzdorn, Rhamnus cathartica L., dessen Äste mit Dornen bewehrt sind und reingrüne, meist vierzählige Blüten trägt. Die namensgebende Schwarzerle, Alnus glutinosa, blüht bereits im Frühling mit Kätzchenblüten, hat rundliche Zapfenfrüchte und grob gesägte Blätter.

Der Gattungsnamen Frangula Mill. leitet sich ab von lat. "frangere" (= brechen) und bezieht sich auf das weiche, brüchige Holz. Schon in vorlinnäischer Zeit war der Gattungsname Frangula gebräuchlich. Das weiche Holz bildet beim Köhlern eine qualitativ hochwertige Holzkohle, weshalb der Faulbaum früher gerne zur Herstellung von Schießpulver verwendet wurde. Der Trivialname "Pulverholz" erklärt sich daher. Das Epitheton alnus verweist auf die Ähnlichkeit der Blätter mit denen der Schwarz-Erle. Der deutsche Name erklärt sich wegen des "fauligen Geruches" der Rinde. Diese findet eine medizinische Anwendung als Abführmittel (antiobstipierend).

Abb. 7 Habitus eines Frangula alnus, Schrolicksee, Nettetal, 45 m, 51° 21' 02 N, 06° 14' 37 O Abb. 8 Blüten, unreife und reife (schwarze) Früchte eines Frangula alnus, Ewiges Meer, Ostfriesland am 07.08.2013, 7 m, 53° 33' 00 N, 07° 26' 11 O

Abb. 9 Reife und ureife Früchte eines Frangula alnus, Nutscheid, Neuenhähne, Bergisches Land am 29.07.2013, 305 m, 50° 50' 25 N, 07° 32' 06 O Abb. 10 Reife und ureife Früchte eines Frangula alnus, Nutscheid, Neuenhähne, Bergisches Land am 29.07.2013, 305 m, 50° 50' 25 N, 07° 32' 06 O


Frangulae alnus sind unscheinbare Pflanzen, die gut im naturnahen Garten eine Einsatzmöglichkeit finden. Beerenschmuck und die moderate Größe dürften auch im "normalen Garten" Gründe für eine Kultur sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Frangula alnus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/frangula-alnus.html am Tg.Mo.Jahr.

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