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Gagea lutea (L.) Ker-Gawl.
  synonym: Gagea fascicularis (L.) Salisb.
                 Gagea lowariensis Pascher
                 Gagea nakaiana Kitag.
                 Gagea sylvatica (Pers.) Loudon
                 Ornithoxanthum luteum (L.) Link
                 Ornithogalum luteum L.
                 Solenarium luteum (L.) Dulac
                 Stellaster luteus (L.) Kuntze
Wald-Gelbstern, Liliaceae - Liliengewächse
Erstfrühlingblüher, III–V, 10–30 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Der Wald-Gelbstern tritt in Mitteleuropa verbreitet auf, jedoch mit größeren Lücken. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedelt er in lichten Laubmischwäldern, Auwäldern, Strauchgesellschaften und angrenzenden Wiesen und Weiden. In Parks und Gärten gibt es stabile, verwilderte Bestände. Er ist eine niedrige, bis 30 cm hohe, ausdauernde Zwiebelpflanze, die noch vor dem Laubaustrieb des Waldes blüht. Meist ist es nur eine Zwiebel, aus der 1–2 grüne, bis 1,5 cm breite, grundständige Blätter entspringen und die kahlen Blütenstängel mit 3–8 Blüten. Lediglich die 1–2 Hochblätter sind leicht bewimpert. Grund- und Hochblätter sind an der Spitze kapuzenförmig eingerollt. Die Perigone sind innen gelb, außen gelb-grün (Perigon deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen).

Abb. 1 Blütenstand der Gagea lutea mit 2 Hochblättern, nach einem Schneeschauer in einem Buchenwald am Freeden, Bad Iburg, Niedersachsen, 13.03.2015, 277 m, 52° 09' 28 N, 08° 05' 16 O Abb. 2 Pflanzen der Gagea lutea mit 2 Hochblättern, Buchenwald am Freeden, Bad Iburg, Niedersachsen, 13.03.2015, 286 m, 52° 09' 29 N, 08° 05' 20 O

Abb. 3 Bestand von Gagea lutea an einem Wegrand im Neandertal bei Hochdahl, 01.04.2017, 110 m, 51° 13' 03 N, 06° 59' 20 O Abb. 4 Fruchtbildung bei Gagea lutea in der basenreichen Aue der Dhünn bei Altenberg, 06.04.2016, 97 m , 51° 02' 42 N, 07° 07' 27 O

Abb. 5 Mehrere Pflanzen der Gagea lutea, Wupperaue, Leverkusen, 09.03.2014, 62 m, 51° 04' 59 N, 07° 00' 24 O Abb. 6 Grünliche Unterseite des Perigons von Gagea lutea, Wupperaue, Leverkusen, 09.03.2014, 62 m , 51° 04' 57 N, 07° 0' 24 O

Abb. 7 Blühende Gagea lutea mit den gut erkennbaren, breiten Hochblättern, Aue der Dhünn bei Altenberg, 06.04.2016, 97 m , 51° 02' 42 N, 07° 07' 27 O Abb. 8 Hochblatt von Gagea lutea mit kapuzenförmiger Spitze. Wegrand im Neandertal bei Hochdahl, 01.04.2017, 110 m, 51° 13' 03 N, 06° 59' 20 O


Die Abgrenzung der Gagea lutea von den anderen Arten der Gattung ist relativ einfach. Die Blätter sind breit, nicht fadenförmig, es fehlen die Nebenzwiebeln, die Stängel sind kahl. In der Zusammenschau dieser Merkmale dürfte eine Bestimmung schnell möglich sein.

Der Gattungsname Gagea Salisb. wurde zu Ehren von Thomas Gage (1781–1820), einem Förderer der Naturwissenschaften, etabliert. Das Epitheton lutea stammt von lat. "luteus" (= gelb) und bezieht sich auf die Farbe des Perigons.

Gagea lutea sind dekorative Frühjahrsblüher, die Farbe mit den ersten Frühlingstagen in den Garten bringen. Ideal sind Standorte mit neutralen, auch kalkhaltigen, leicht feuchten Böden unter Bäumen oder Sträuchern, vor Gehölzpflanzungen oder in naturnahen Wiesen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Gagea lutea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/gagea-lutea.html am Tg.Mo.Jahr.

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