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Geranium pyrenaicum Burm. f.
Pyrenäen-Storchschnabel, Geraniaceae - Storchschnabelgewächse
Ende Vollfrühlingblüher, IV–X, 20–60 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Pyrenäen-Storchschnabel stammt ursprünglich aus den Gebirgen Südwest-Europas (Pyrenäen) und ist in Mitteleuropa eingebürgert. Überwiegend handelt es sich bei den Beständen um Gartenflüchtlinge, die gerne in der Nähe von Parks oder Gärten verwildern. Er ist mäßig häufig und findet sich mittlerweile auch in mesophilen Krautfluren oder an wärmeren Standorten wie Weinbergen oder Mauern, sofern diese stickstiffreich sind. Der Pyrenäen-Storchschnabel ist wintergrün, leicht behaart. Die Blattspreite ist rundlich, 5–9-spaltig bis zur Mitte der Spreite. Die violetten, bis 1 cm großen Kronblätter sind dekorativ. Sie stehen typischerweise zu zweit an Teilblütenständen und sind unverkennbar zweispaltig.



Abb. 1 Blüte des Geranium pyrenaicum mit den zweispaltigen Kronblättern, Parkplatz nahe Kobern, Moseltal, 15.08.2015, 177 m, 50° 18' 04 N, 07° 28' 01 O Abb. 2 Die Früchte des Geranium pyrenaicum stehen auch oft zu zweit und sind leicht behaart, Parkplatz nahe Kobern, Moseltal, 15.08.2015, 177 m, 50° 18' 04 N, 07° 28' 01 O

Abb. 3 Geranium pyrenaicum, zwei Blüten je Teilblütenstand, Naturpark 'De Meinweg', 03.10.2013, 33 m, 51° 10' 05 N, 06° 05' 05 O Abb. 4 Rundliche Blätter mit V-förmigen Kerben und vorne dreilappig, Geranium pyrenaicum wie Abb. 1, Naturpark 'De Meinweg', Niederlande, 03.10.2013, 33 m, 51° 10' 05 N, 06° 05' 05 O

Abb. 5 Rundliches Laubblatt des Geranium pyrenaicum, Parkplatz nahe Kobern, Moseltal, 15.08.2015, 177 m, 50° 18' 04 N, 07° 28' 01 O Abb. 6 Exemplar des Geranium pyrenaicum auf einer nordseitigen Böschung an einem Parkplatz nahe Kobern, Moseltal, 15.08.2015, 177 m, 50° 18' 04 N, 07° 28' 01 O

Abb. 7 Exemplar des Geranium pyrenaicum im Pflaster eines Parkplatzes nahe Kobern, Moseltal, 15.08.2015, 177 m, 50° 18' 04 N, 07° 28' 01 O Abb. 8 Obere Stängel-Blätter, Früchte und Blüten des Geranium pyrenaicum wie Abb. 1, Naturpark 'De Meinweg', Niederlande, 03.10.2013, 33 m, 51° 10' 05 N, 06° 05' 05 O


Die Abgrenzung des Geranium pyrenaicum von anderen Geraniaceae ist relativ einfach, da es eine deutliche Zweispaltung der Kronblätter hat. Lediglich der Weiche Storchschnabel, Geranium molle L., ist schwierig in der Unterscheidung. Die Kronblätter sind mit 4–7 mm beim Weichen Storchschnabel deutlich kleiner, die Fruchtklappen (die "Schnäbel") nicht behaart und die Kerben der Laubblätter meist "überlagernd". Beim G. pyrenaicum hingegen sind die Fruchtklappen leicht behaart und die Kerben der Laubblätter deutlich V-förmig.

Der Gattungsname der Storchschnäbel, Geranium L., leitet sich ab von gr. "geranion" (= Kranich) und beschreibt die Ähnlichkeit der Frucht mit langen Vogelschnäbeln. Das Epitheton pyrenaicum verweist auf den Naturstandort in den Pyrenäen.


Abb. 9 Exemplar des Geranium pyrenaicum auf dem Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 288 m, 50° 27' 51 N, 07° 13' 26 O Abb. 10 Beim Geranium pyrenaicum sind die Kronblätter zweispaltig, Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 288 m, 50° 27' 51 N, 07° 13' 26 O

Abb. 11 Blüten des Geranium pyrenaicum, mesophiler Saum im Rheinbogen bei Stürzelberg zwischen Campingplatz und dem NSG, 02.09.2015, 35 m, 51° 09' 39 N, 06° 50' 46 O Abb. 12 Bestand des Geranium pyrenaicum in einer Wiese im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 419 m, 50° 30' 45 N, 06° 34' 59 O


Geranium pyrenaicum ist schon lange als Zierpflanze in Kultur und die eingebürgerten Bestände dürften aus solchen Kulturen stammen. Ein warmer und sonniger Standort auf nährstoffreichem Boden bei der Wahl des Pflanzortes wäre ideal. Im Garten kann G. pyrenaicum als Steingartenpflanze, im Staudenbeet oder bei der mediterranen Gestaltung eingesetzt werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Geranium pyrenaicum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/geranium-pyrenaicum.html am Tg.Mo.Jahr.

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