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Heliotropium europaeum L.
Europäische Sonnenwende, Boraginaceae - Boretschgewächse
Sommerblüher, VII–XI, 10–30(–50) cm hoch, sommergrün, einjährig

Die Europäische Sonnenwende stammt ursprünglich aus dem südeuropäischen bis westasiatischen und ist in Mitteleuropa schon vor 1.500 n. Chr. eingebürgert (Archäophyt). In Mitteleuropa ist die Art selten bis zerstreut im Rheinland und der Mosel anzutreffen, sonst fehlt sie fast ganz. Die Pflanzen besiedeln ruderale Standorte, Brachen, Weinberge und Äcker, bevorzugt auf Kalk. Die Pflanzen sind locker verzweigt, grün bis graugrün mit behaarten Stängeln und Blättern. Die Laubblätter sind eiförmig bis elliptisch, ganzrandig und haben einen Stiel. Die Blüten sitzen endständig, in doppelten Wickeln ohne Hochblätter. Die Kronen sind 2–4 mm im Durchmesser, weiß bis bläulichweiß und im Schlund gelb. Später bilden sich kahle oder behaarte Nüsschen, die zu 4 stehen.


Abb. 1 Heliotropium europaeum auf einer gestörten Fläche am Marisma des Rio Guadiana der Isla Canela, Ayamonte, 11.10.2010, 3 m, 37° 11' 54 N, 07° 24 20 W Abb. 2 Heliotropium europaeum an einem Straßenrand der Calle Las Palmeras in Nerja, 01.10.2008, 174 m, 36° 45' 55 N, 03° 51' 52 W

Abb. 3 Kräftige, bodendeckende Pflanze des Heliotropium europaeum an einem Straßenrand der Calle Las Palmeras in Nerja, 01.10.2008, 174 m, 36° 45' 55 N, 03° 51' 52 W Abb. 4 Hier behaarte Nussfrüchte des Heliotropium europaeum auf einer gestörten Fläche am Strand von Costa Rei, Sardinien, 13.10.2016, 6 m, 39° 16' 43 N, 09° 35' 15 O

Abb. 5 Pflanze des Heliotropium europaeum auf einer gestörten Fläche am Strand von Costa Rei, Sardinien, 13.10.2016, 6 m, 39° 16' 43 N, 09° 35' 15 O Abb. 6 Die weiße,. 5-zähligen Blüten von Heliotropium europaeum haben einen gelben Schlund. Am Strand von Costa Rei, Sardinien, 13.10.2016, 6 m, 39° 16' 43 N, 09° 35' 15 O

Abb. 7 Die Laubblätter von Heliotropium europaeum sind oval bis eiförmig. Am Strand von Costa Rei, Sardinien, 13.10.2016, 6 m, 39° 16' 43 N, 09° 35' 15 O Abb. 8 Schematische Darstellung eines Blütenstandes der Wickel


Der Gattungsname Heliotropium L. leitet sich ab von gr. "helios" (= Sonne) und gr. "trope" (= Wendung), nach der Eigenschaft der Pflanzen, die Blüte nach dem Lauf der Sonne zu wenden. Das Epitheton europaeum beschreibt das Verbreitungsgebiet.

Heliotropium europaeum ist ein hübscher Spätsommerblüher für sonnige und warme Standorte im Steingarten oder dem mediterranen Beet. Arrangements mit Yuccas oder Sukkulenten sind ebenfalls sehr ansprechend. Damit sich die einjährigen Pflanzen selbständig im Garten halten, sind offene Flächen notwendig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer. und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Heliotropium europaeum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/heliotropium-europaeum.html am Tg.Mo.Jahr.

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