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Helleborus thibetanus Franch.
Tibetische Nieswurz, Tibetische Christrose, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
   synonym: Helleborus viridis L. var. thibetanus (Franch.) Finet & Gagnep.
Erstfrühlingblüher, II–IV, 30–50 cm hoch, sommer-(halbimmer-)grün, mehrjährig

Die Tibetische Christrose stammt aus Zentralchina bis Sichuan, nahe der tibetanischen Grenze (jedoch ohne bekannte Vorkommen in Tibet) und wächst dort in Wäldern und Gebüschen von 1.100–3.700 m Höhe. Die Pflanzen sind meist laubabwerfend, manchmal können einzelne Blätter den Winter überdauern. Im Frühjahr werden die 1–2 basalen, in 3 Segmente geteilten, bis 24 cm großen und gesägten Laubblätter neu gebildet. Stängelblätter sind deutlich kleiner, fast sitzend. Die Blüten stehen zu 1–2, haben weiß-rosa bis rot farbene Perigone, zur Fruchtreife grünlich, mit 8–10 gelblich grünen Nektarblättern. Später bilden sich 2–3, grundständig verwachsene Karpelle (Fruchtblätter).


Abb. 1 Blüte des Helleborus thibetanus in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, Niederrhein, 22.02.2014 Abb. 2 Blüten und Hochblätter des Helleborus thibetanus in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, Niederrhein, wie Abb. 1, 22.02.2014

Abb. 3 Beim Aufblühen ist das Perigon von Helleborus thibetanus dunkel rosa gefärbt. Privatgarten in Nettetal-Oirlich, Niederrhein, 18.02.2017 Abb. 4 Voll aufgeblühte Perigone des Helleborus thibetanus in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, Niederrhein, 18.02.2017


Die Abgrenzung des Helleborus thibetanus von den anderen Arten der Gattung ist relativ einfach. Perigonfarbe, Blattform und Naturstandort machen diese Christrose gut identifizierbar.

Nicht gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Helleborus L. Schon vor Linné wurde der Begriff gr. "elleboros" für die beiden Arten Veratrum album L. (Weißer Germer) und H. niger genutzt, die als Niesreiz auslösende Pflanzen galten. Auch heute noch ist "elleboros" der neugriechische Name für die Christrose. Das Epitheton thibetanus verweist auf den irrtümlichen Naturstandort in Tibet.

Helleborus thibetanus ist eine attraktive Christrose, die schon im Winter oder zeitigen Frühjahr blüht und Farbe in den Garten bringt, mithin also eine unentbehrliche Pflanzenart ist. Sie ist ausreichend winterhart. In milden Regionen können die Pflanzen zum Herbst gesetzt werden. Der Boden kann leicht sauer oder neutral, idealerweise leicht kalkhaltig sein. Standorte unter Bäumen oder Sträuchern in lichtem Schatten sind ideal. Dort können sich die Pflanzen langsam vermehren. An trockenen Standorten ist gelegentliches Wässern ratsam.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Helleborus thibetanus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/helleborus-thibetanus.html am Tg.Mo.Jahr.

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