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Inula conyza DC.
  synonym: Inula squarrosa Bernh.
                 Inula vulgaris Trevis
Dürrwurz, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Sommerblüher, VI–X, 30–120 cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Das Verbreitungsgebiet der Dürrwurz reicht von Mittel- über Südeuropa bis zum Kaukasus. In Mitteleuropa tritt sie in der Mitte und im Süden selten bis zerstreut auf und fehlt fast vollständig im Norden. Bevorzugt werden nährstoffarme Standorte auf Halbtrockenrasen, an Waldrändern, Gebüschsäumen und Ruderalflächen besiedelt, gerne auf kalk- oder basenhaltigen Böden. Die Pflanzen wachsen aufrecht, gelegentlich überhängend und sind in den oberen Bereichen verzweigt. Die Stängel sind behaat. Die Blätter sind eilänglich lanzettlich und unterseits dünnfilzig. Der Gesamtblütenstand ist eine Schirmrispe, mit zahlreichen, 5–10 mm breiten und doppelt so langen Blütenköpfchen, denen typischerweise die Strahlenblüten fehlen und deren äußere Hüllblätter zurück gekrümmt sind. Die Röhrenblüten sind hell braun oder gelblich.


Abb. 1 Pflanze der Inula conyza auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 22 m, 42° 37' 39 N, 18° 07' 05 O Abb. 2 Blüten- und Fruchtstände der Inula conyza mit den deutlich erkennbaren, zurück gekrümmten Hüllblättern. Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 22 m, 42° 37' 39 N, 18° 07' 05 O

Abb. 3 Stängel und Laubblätter der Inula conyza auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 22 m, 42° 37' 39 N, 18° 07' 05 O Abb. 4 Gelbliche Blüten der Inula conyza auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015, 22 m, 42° 37' 39 N, 18° 07' 05 O

Abb. 5 Gesamtblütenstand der Inula conyza vor dem Aufblühen, Wegesrand am Lemberg, bei Oberhausen an der Nahe, 10.07.2020, 319 m, 49° 46' 39 N, 07° 45' 37 O Abb. 6 Behaarter Stängel von Inula conyza an einem Wegesrand am Lemberg, bei Oberhausen an der Nahe, 10.07.2020, 319 m, 49° 46' 39 N, 07° 45' 37 O


Der Gattungsnamen Inula L. leitet sich ab von gr. "helenion" (= Alant), wurde schon vorlinnäisch als "Helenium" genutzt und durch eine Lautumstellung zu Inula umgedeutet. Das Epitheton conyza stammt von gr. "konyza" (= eine stark riechende Sippe, Dürrwurz) und wurde schon in der Antike wahrscheinlich für mehrere Arten der Inula genutzt. Das Benennungsmotiv könnte sich aus gr. "konis" (= Nisse) oder gr. "knyza" (= Krätze) erklären, Parasitenerkrankungen die in der Antike mit I. conyzae (Flohkraut) behandelt wurden.

Inula conyza ist pflanzensoziologisch sicherlich eine interessante Art, dürfte für den Exotengarten jedoch geringe ornamentale Wertigkeit haben. Will man dennoch die Pflanzen anbauen, bietet sich an, diese in eine Trockenwiese zu setzen; der Standort sollte nährstoffarm, sonnig und am besten kalkhaltig sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Inula conyza. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/inula-conyza.html am Tg.Mo.Jahr.

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