Startseite

Inula verbascifolia (Willd.) Hausskn.
Schneeweißer Alant, Verbascumblättriger Alant, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Sommerblüher, VI–VIII(–X), 10–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Schneeweiße Alant ist ein immergrüner Exot aus dem nordöstlichen Mittelmeergebiet (von Italien über Ex-Jugoslawien bis Griechenland und Bulgarien), der in den Karstgebirgen in Felsfluren oder lichten Wäldern wächst. Er ist wird bis 50 cm hoch, verholzt basal und hat auffällige, weiß-silbrige, wollig behaarte Laubblätter. Die Laubblätter sind variabel, eiförmig bis länglich oval, ganzrandig oder gezähnt, selten gelappt, manchmal zugespitzt, mit dichten oder lockeren Haaren, meist mit deutlich sichtbaren Nerven unterseits. Die Blüten stehen in gelben Körbchen unterschiedlicher Größe, kurz oder lang gestielt, die Strahlenblüten sind länger oder kürzer als die schnee-weißen Hüllblätter, die das Blütenkörbchen unterseits umgeben.




Abb. 1 Unter den Blütenköpchen der Inula verbascifolia finden sich schneeweiße Hüllblätter. Kalksteinfelsen im Pinus nigra-Wald auf der Insel Brac, Kroatien, 17.10.2012, 738 m, 43° 17' 09 N, 16° 37' 31 O Abb. 2 Früchte der Inula verbascifolia, am Wegesrand am Berg Srd oberhalb von Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 256 m, 42° 38' 50 N, 18° 06' 36 O

Abb. 3 Pflanze der Inula verbascifolia auf Kalkstein-Felsen am Berg Srd oberhalb von Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 258 m, 42° 38' 50 N, 18° 06' 37 O Abb. 4 Nicht nur an vollsonnigen Stellen, sondern auch im lichten Halbschatten findet sich die Inula verbascifolia wie hier im Pinus nigra-Wald auf der Insel Brac, Kroatien, 16.10.2012, 702 m, 43° 17' 06 N, 16° 36' 41 O

Abb. 5 Die weiß-silbrigen Blätter der Inula verbascifolia sind auf weißen Kalksteinfelsen gut "getarnt". Vidova Gora auf der Insel Brac, Kroatien, 17.10.2012, 766 m, 43° 16' 44 N, 16° 37' 08 O Abb. 6 Blüten der Inula verbascifolia auf Kalksteinfelsen. Vidova Gora auf der Insel Brac, Kroatien, 17.10.2012, 736 m, 43° 16' 55 N, 16° 37' 21 O

Abb. 7 Blütenkörbchen der Inula verbascifolia auf Kalksteinfelsen. Vidova Gora auf der Insel Brac, Kroatien, 17.10.2012, 736 m, 43° 16' 55 N, 16° 37' 21 O

Der Gattungsnamen Inula L. leitet sich von gr. "helenion" (= Alant) ab, wurde schon vorlinnäisch als "Helenium" genutzt und durch eine Lautumstellung zu Inula umgedeutet. Das Epitheton verbascifolia stammt von lat. "verbascum" (= Könisgkerzen) und lat. "-folius" (= -blättrig), zu königskerzenblättrig; nach den Laubblättern, die jenen der Mehligen Königskerze, Verbascum lychnitis L., ähneln, die mehlig belegt sind und daher durchaus "gleich aussehen".

Der Felsen-Faulbaum dürfte bis Z 8 winterhart sein, gleichwohl dies bisher nicht ausreichend getestet wurde. Architektonisch bietet er hübsche Laubblätter mit späten Früchten, unterscheidet sich aber kaum vom einheimischen Frangula alnus Mill. Ideal wäre ein kalkhaltiger Standort, offen und sonnig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. – Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Inula verbascifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/inula-verbascifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de