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Juncus effusus L.
Flatterbinse, Juncaceae - Binsengewächse
Beginn Frühsommerblüher, VI–VIII, 30–150 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Flatterbinse ist in Mitteleuropa gemein und findet sich sehr häufig auf feuchten bis nassen Wiesen, Weiden und Mooren, an Ruderalstandorten, entlang von Gräben und in Bruchwäldern. Es sind immergrüne Pflanzen, die dichte Horste mit starr aufrechten Stängeln bilden. Die Stängel sind grasgrün, glatt, glänzend, ungerieft und gestreift. Im trockenen Zustand bilden sich an den Stängeln 30–60 feine Riefen. Der Blütenstand ist terminal. Da das den Halm fortsetzende Tragblatt den Blütenstand aus der Sprossachse "wegdrückt", wirkt es, als stünde der Blütenstand seitlich. Der Blütenstand ist eine lockere Spirre (Rispe, deren Seitenachsen die Hauptachse übergipfeln, so dass eine Trichterform entsteht, ähnlich wie beim Mädesüß, Filipendula ulmaria (L.) Maxim.), selten kopfig, vielblütig. Die Perigonblätter sind 1,5–2,5 cm lang. Die Kapsel ist länger als das Pergion.


Abb. 1 Den Winter überdauernde, aufrechte Stängel des Juncus effusus, Waldrand im Angertal bei Ratingen, 09.04.2916, 90 m, 50° 19' 05 N, 06° 54' 55 O Abb. 2 Lockerer Fruchtstand des Juncus effusus, der den Winter überdauert ("Wintersteher"), mit abgefallenem Tragblatt. Waldrand im Angertal bei Ratingen, 09.04.2916, 90 m, 50° 19' 05 N, 06° 54' 55 O

Abb. 3 Sumpfiger Standort des Juncus effusus, im Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 34 m, 51° 22' 12 N, 06° 19' 38 O Abb. 4 Blütenstände des Juncus effusus im Aufblühen, Bachrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 14 N, 06° 38' 52 O

Abb. 5 Vergleich der Blütenstände der Knäuelbinse, Juncus conglomeratus L. (links), und J. effusus (rechts), Bachrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 14 N, 06° 38' 52 O Abb. 6 Juncus effusus auf einer gestörten Fläche am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 497 m, 51° 22' 27 N, 08° 35' 45 O

Der Gattungsname Juncus L. wurde von Linné aus antiker Literatur übernommen, mit unklarem Benennungsmotiv, lat. "juncus" (= Binse). Das Epitheton effusus stammt von lat. "effusus" (= losgelassen, frei fliegend, flatternd) und bezieht sich auf die lockeren Blütenstände.

Die Flatterbinse wird zwar oft als Unkraut wahrgenommen, insbesondere in der Landwirtschaft, dennoch sind es dekorative, immergrüne Pflanzen für sonnige und feuchte Lagen im Garten. Es gibt hübsche Sorten mit spiralig gedrehten Stängeln und Bättern oder gelblich gestreifte Züchtungen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Juncus effusus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/juncus-effusus.html am Tg.Mo.Jahr.

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