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Lepidium draba
L.
  synonym: Cardaria brachypetala Opiz
                 Cardaria cochlearia Spach
                 Cardaria draba (L.) Desv.
                 Draba ruderalis Baumg.
                 Hymenophysa macrocarpa Franch.
                 Lepidium arvense Mill.
                 Lepidium diversifolium Freyn & Sint. ex Freyn
                 Lepidium drabifolium St.-Lag.
                 Lepidium matritense Pau
                 Nasturtium draba (L.) Crantz
Pfeilkresse, Brassicaceae - Kreuzblütler
Beginn Vollfrühlingblüher, V–VI, 20–50 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Pfeilkresse tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf; sie gilt als Neophyt, deren Erstnachweis 1728 erfolgte und deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet osteuropäisch-westasiatisch war. Inzwischen existieren auch Nachweise von anderen Kontinenten fast weltweit. Wie für viele Neophyten typisch, besiedelt die Pfeilkresse in Mitteleuropa bevorzugt ruderale Standorte entlang von trocknen Säumen, Wegrändern, Dämmen und Weinberge, gerne auf basenhaltigem Grund. Es sind aufrecht wachsende Pflanzen mit Wurzelsprossen und nach oben hin verzweigendem, kurzhaarigem Stängel. Obere Stängelblätter sind länglich bis verkehrt eiförmig, bis 15 cm lang und 5 cm breit, stängelumfassend mit herz- bis pfeilförmigem Grund. Untere Stängelblätter und Grundblätter sind meist gestielt, oft spatelförmig und buchtig gelappt; zur Blütezeit sind diese meist schon vertrocknet. Die Blütenstände sind Schirmtrauben mit weißen, 4-zähligen Einzelblüten. Die Kronblätter sind 3–4 mm lang. Später bilden sich verkehrt eiförmige, 3–4 mm große Schötchen, die nicht aufspringend sind.


Abb. 1 Sprossachse des Lepidium draba mit noch nicht entwickeltem Blütenstand; an einem Südhang am Hackesberg am Neusiedlersee, Österreich, 04.04.2017, 178 m, 47° 57' 07 N, 16° 46' 24 O Abb. 2 Lepidium draba bildet Wurzelsprosse und mithin individuenreiche Kolonien. Südhang am Hackesberg am Neusiedlersee, Österreich, 04.04.2017, 178 m, 47° 57' 07 N, 16° 46' 24 O

Der Gattungsname Lepidium L. ist abgeleitet von gr. "lepidion" (= kleine Schuppe), womöglich nach der Nutzung als Heilmittel gegen Lepra. Das Epitheton draba geht zurück auf das schon antik genutzte gr. "drabe", (= krautige Pflanze), mit unbekanntem Benennungsmotiv. Viele Autoren nutzen noch den Gattungsnamen Cardaria Desv. für die Pfeilkresse, nach gr. "kardia" (= Herz), nach den herzförmigen Schötchen und oft herzförmigen Grund der Stängelblätter.

Die Pfeilkresse ist eine hübsche Frühling-, Frühsommerstaude für warme Standorte im Garten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Lepidium draba. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lepidium-draba.html am Tg.Mo.Jahr.

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