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Lilium martagon L.
Türkenbund-Lilie, Liliaceae - Liliengewächse
Erstfrühlingblüher, VI–VII, 60–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Türkenbund-Lilie tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in den mittleren und südlichen Kalkgebieten; im Norden fehlt sie fast ganz oder ist selten, in Österreich ist sie verbreitet, sowohl in den pannonischen Ebenen als auch subalpin. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch bis ostasiatisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in lichten Laubmisch- und Nadelwäldern und subalpinen Hochstaudenfluren, bevorzugt auf basen- und kalkhaltigen Böden. Die Zwiebel ist bis 8 cm im Durchmesser und typischerweise gelb-hellbraun. Der Stängel ist unverzweigt, rund, reich beblättert, grün und meist rot gefleckt. Die mittleren Stängelblätter sind fast quirlig angeordnet, länglich-spatelförmig, kahl, ganzrandig, bis 15 cm lang und 5 cm breit. Nach oben hin werden die Stängelblätter kleiner. Die Blüten erscheinen in 1–20-blütigen Trauben, sind nickend, pupurfarbig gefleckt, 3-zählig, bis 4,5 cm lang und 1 cm breit, mit zurück gerolltem Perigon. Selten finden sich weiße Blüten. Später bilden sich 3-fächrige Kapselfrüchte.

Abb. 1 Scheinquirle des Lilium martagon in einem basenreichen Laubmischwald am Nordhang des Teichbergs bei Wolfsthal, Niederösterrreich, 03.04.2017, 188 m, 48° 07' 49 N, 16° 59' 48 O Abb. 2 Lilium martagon im Frühling. Basenreicher Laubmischwald am Nordhang des Teichbergs bei Wolfsthal, Niederösterrreich, 03.04.2017, 188 m, 48° 07' 49 N, 16° 59' 48 O


Der Gattungsname Lilium L. ist wahrscheinlich aus einer mediterranen Sprache entlehnt, später zu gr. "leirion" und lat. "lilium" (= Lilie), mit nicht eindeutigem Benennungsmotiv, ursrpünglich wohl als "Blume schlechthin", nach der schon sehr alten Nutzung als Zierpflanze. Das Epitheton martagon stammt von türk. "martagan" (= Turban) und bezieht sich auf die Form der Blüte.

Lilium martagon sind dekorative Frühsommerblüher, die schon lange in Kultur sind und mit verschiedenen Sorten im Handel zu erwerben sind. Die Pflanzen tolerieren habschattige und sonnige Standorte, am besten auf Kalk oder basenhaltigen Böden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Lilium martagon. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lilium-martagon.html am Tg.Mo.Jahr.

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