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Limonium ferulaceum (L.) Kuntze
Steckenkraut-Strandflieder, Plumbaginaceae - Bleiwurzgewächse
Sommerblüher, VI–X, 10–30 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Steckenkraut-Strandflieder ist an den Küsten des Mittelmeers relativ weit verbreitet und findet sich auch an den atlantischen Küsten der Iberischen Halbinsel. Er ist ein Halophyt, der bevorzugt die salzigen Marschen besiedelt und relativ häufig im oberen Marisma anzutreffen ist. Er ist gekennzeichnet durch die ungewöhnlichen, pinselartigen, zahlreichen sterilen Sprosse, deren Enden aus schmalen, fleischigen Trieben bestehen. Basale Blätter fehlen meist. Die Blütenstände unterscheiden sich von den sterilen Sprossen durch die wechselständige Verzweigung. Terminal finden sich an den ährigen Teilblütenständen meist nur wenige Blüten, jede Einzelähre besteht nur aus einer Blüte. Die Kronblätter sind rosa bis rötlich, der Kelch gelblich.


Abb. 1 Etwa 30 cm hohes Exemplar des Limonium ferulaceum im oberen Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 02 N, 07° 20' 01 W Abb. 2 Filigranes Limonium ferulaceum im oberen Marisma der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 22.10.2010, 3 m, 37° 10' 37 N, 07° 22' 26 W

Abb. 3 Spross mit dichter Verzweigung von Limonium ferulaceum im oberen Marisma der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 22.10.2010, 4 m, 37° 10' 40 N, 07° 22' 21 W Abb. 4 Sterile Sprosse des Limonium ferulaceum im oberen Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 00 N, 07° 20' 03 W

Abb. 5 Limonium ferulaceum ohne basale Blätter, oberes Marisma der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 22.10.2010, 2 m, 37° 10' 40 N, 07° 23' 35 W Abb. 6 Die dünnen, pfriemenförmigen, fleischigen Zweige des Limonium ferulaceum im oberen Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 02 N, 07° 20' 01 W

Abb. 7 Blütenstand des Limonium ferulaceum im oberen Marisma der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 22.10.2010, 2 m, 37° 10' 41 N, 07° 23' 50 W Abb. 8 Teilähren des Limonium ferulaceum mit den länglichen, fleischigen Tragblättern, wie Abb. 7, oberes Marisma, Isla Canela, Spanien, 22.10.2010, 2 m, 37° 10' 41 N, 07° 23' 50 W



Die Abgrenzung des Limonium ferulaceum von den anderen zahlreichen Arten der Gattung ist recht einfach, da ihm die basale Blattrosette oft fehlt und einen "strauchähnlichen" Habitus mit "fadenförmigen" Sprossen hat. Mit Lupe können die fleischigen, schmal länglichen Sprosse gut erkannt werden.

Der Gattungsname Limonium Mill. geht zurück auf gr. "leimon" (= Feuchtwiese) und beschreibt den Standort der Art. Das Epitheton ferulaceum stammt von lat. "ferula" (= Steckenkraut, Pfriemenkraut) und nimmt wahrscheinlich Bezug auf die pfriemenartigen, dünnen Stängel und Sprosse der Art. Eine entfernte Ähnlichkeit zum Steckenkraut, der Gattung Ferula L., ist zudem gegeben.

Die Winterhärte von Limonium ferulaceum ist unklar und bedarf der Versuche. Für den mitteleuropäischen Garten wäre es wegen der bizarren Architektur sicherlich eine interessante Art. Alternativ können zahlreiche, sicher winterharte Arten der Gattung Limonium zum Einsatz kommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Limonium ferulaceum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/limonium-ferulaceum.html am Tg.Mo.Jahr.

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